Weinglossar Buchstabe Z

Das Weinglossar ist ein klassisches Lexikon. Es erklärt in kurzen Texten die Begriffe der Weinwelt.

Zapfwein

Als Zapfwein bezeichnet wird ein Schankwein, der nicht aus der Flasche ins Glas gelangt. Dieser Wein wird direkt aus dem Fass gezapft und muss selbstverständlich frei von Weinfehlern sein. Häufig werden seltene Weine und Spezialitäten als Zapfwein angeboten, da sich deren Produktionsmenge nicht für die Abfüllung in Flaschen anbietet.

Zentrifugieren

Als Zentrifugieren (auch Separieren oder Klärschleudern) wird das Trennen des Traubenmostes von festen Bestandteilen durch Fliehkraft bezeichnet. Mit Hilfe spezieller Zentrifugen erzeugen die Verantwortlichen hierbei Kräfte, welche die normale Schwerkraft um das bis zu 6.000-fache übersteigen. Nach dem Einfüllen des Mostes in die Edelstahl-Zentrifuge wird er entsprechend beschleunigt. Durch diese Bewegung fließt der klare Most nach oben, während sich feste Bestandteile zunächst nach außen und dann nach unten bewegen.

Beim Zentrifugieren kommen je nach Weingut sowohl Teller-Zentrifugen als auch Kammer-Zentrifugen zum Einsatz. Wann das Zentrifugieren angewendet wird, entscheidet die Zielsetzung. So kann sowohl der Most schon vor dem Gärprozess von Teilchen getrennt werden als auch eine Trennung jungen Weins von Feststoffen im Anschluss an die Gärung erfolgen. Außerdem kann das Zentrifugieren hilfreich sein, wenn die Gärung durch das Herausnehmen von Hefen spontan unterbrochen werden soll.

Zinfandel

Als Zinfandel bezeichnet wird eine rote Rebsorte, die österreichische Weinbauern Anfang des 19. Jahrhunderts nach Amerika brachten. Auch heute noch ist Zinfandel am amerikanischen Markt besonders stark vertreten. Ein anderer Name für Zinfandel ist Primitivo, wobei dieser in Italien kultiviert wird. 

Das Lesegut der Zinfandel-Reben verfügt über einen vergleichsweise hohen Gehalt an Zucker, während die Rebstöcke als robust und ertragreich gelten. Aus Zinfandel entstehen meist üppige Rotweine mit typischen Aromen von schwarzem Pfeffer, Gewürzen und dunklen Beeren. Abseits von der Rotweinerzeugung kommt Zinfandel auch bei der Herstellung von Rosé und Blanc de Noirs zum Einsatz.

Zuchthefe

Unter Zuchthefe (auch Reinzuchthefe) sind spezielle Hefestämme zu verstehen, die nicht auf natürliche Weise im Weinberg entstehen. Gewonnen werden Zuchthefen durch gezielte Vermehrung in Laboren. Zuchthefen dienen Winzern dazu, ihre Weine vor möglicherweise negativen Einflüssen vorhandener wilder Hefen zu schützen, die Aromatik bewusst zu beeinflussen und die Gärung in Gang zu halten. Trotz aller Vorteile können Zuchthefen bei unbedachtem Einsatz zu unerwünschten Aromen im Wein führen und sollten daher vom Winzer mit Sorgfalt ausgewählt werden.

Zucker

Zucker spielt bei der Weinbereitung eine wichtige Rolle. In Form von Fruktose, Glukose und Saccharose liegt er schon im Lesegut und dem daraus gepressten Most vor. In Kontakt mit Hefen findet dann die Umwandlung des Zuckers in Kohlensäure und Alkohol statt. Je nach Dauer der Gärung und Art des späteren Ausbaus bleiben unterschiedliche Zuckermengen im fertigen Wein zurück und bestimmen über dessen Charakter.

Zuckergehaltmessung

Bei der Zuckergehaltmessung ermittelt die verantwortliche Person das Mostgewicht für die spätere Weinherstellung. Der so gewonnene Wert liefert wertvolle Informationen über die Weinqualität und den möglichen Alkoholgehalt des Tropfens.

Für die Zuckergehaltmessung können sich Winzer unterschiedlicher Verfahren bedienen. Sowohl die Messung per Refraktometer als auch per Aräometer ist möglich. Die Zuckergehaltmessung ist ein wichtiger Schritt bei der Kontrolle und Bestimmung des individuell richtigen Lesezeitpunkts. Daher wird nicht der bereits vollständig gewonnene Most, sondern die Weinbeere für die Messung verwendet.

Zuckerreife

Als Zuckerreife wird ein bestimmter Zustand des Lesegutes beschrieben, bei dem der bis zu diesem Zeitpunkt gebildete Zucker im Fokus liegt. Anhand des Zuckergehaltes finden Winzer heraus, ob die Weintrauben frühreif, vollreif oder auch überreif sind. Ein wichtiger Indikator für den Zuckergehalt ist das Mostgewicht, das unter anderem mit einem Refraktometer ermittelt werden kann.

Zufallskreuzung

Eine Zufallskreuzung wird nicht von Menschenhand durchgeführt. Hier sorgt die Natur für eine spontane Vermählung zweier Rebsorten zu einer neuen Variante. Berühmte Zufallskreuzungen sind unter anderem Sauvignon Blanc (aus Chenin blanc und Traminer) sowie Sangiovese (aus Calabrese di Montenuovo und Ciliegiolo).

Oft kommt es vor, dass eine Zufallskreuzung sehr viel berühmter und beliebter wird als es ihre Ausgangsreben jemals waren.

Zungenschnitt

Im Rahmen der Veredelung von Rebstöcken kann der Zungenschnitt als Methode zum Einsatz kommen. Hierbei werden sowohl an der Unterlagsrebe als auch am Edelreis je ein schräger Einschnitt getätigt. An den Schnittstellen lassen sich beide Bestandteil dann ineinander schieben. Um das Zusammenwachsen zu fördern und der veredelten Rebe Stabilität zu verleihen, wird die Verbindungsstelle mit einem Veredelungsband ummantelt.

Zweitwein

Der Begriff „Zweitwein“ beschreibt einen Wein, dessen Qualität den Ansprüchen eines Weingutes für seinen Spitzenwein nicht entspricht. 

Die Bezeichnung „Zweitwein“ maßgeblich geprägt haben Winzer des Bordeaux. Sie verkosten sortenrein ausgebaute Weine vor der Assemblage ihres besten Weins, dem „Grand Vin“. Nicht jeder Wein eignet sich hierfür, weswegen Tropfen mit geringen Makeln im Zweitwein kombiniert werden. Es kommt häufig vor, dass der Zweitwein auf die gleiche Art und Weise reifen darf wie der „Grand Vin“. Daher handelt es sich häufig um hochwertige Cuvées, deren Ausgangsweine den strengen Vorgaben eines Weingutes nicht gerecht wurden.