Guia Penin

Bewertungssysteme für Wein: Guía Peñín

Wann ein Wein zu den besten seiner Region, seines Landes oder gar seiner Art gezählt werden darf, ist eine komplexe Frage. Viele Kritiker und Experten gehen ihr schon seit Jahrzehnten auf den Grund und präsentieren ihre Ergebnisse regelmäßig. Was in Italien der „Gambero Rosso“ ist, ist in Spanien der „Guía Peñín“: Ein professionelles System zu Weinbewertung im eigenen Land und ein Ratgeber für all diejenigen, die großartige Tropfen finden wollen.

Inhaltsverzeichnis

Hohe Ansprüche beim Guia Peñín

Kaum ein Weinführer wird in Spanien so geschätzt wie der Guía Peñín. Schon im Jahre 1990 ins Leben gerufen, genießt dieses Format auch heute noch riesige Aufmerksamkeit. José Peñin war es, der sich als ambitionierter Weinkritiker seinem Land und dessen Genüssen verpflichtet fühlte. Er arbeitet schon seit über einem Vierteljahrhundert aktiv als Schriftsteller rund um den Wein sowie als Kritiker. Dabei bleibt er Spanien treu und konzentriert sich mit großer Leidenschaft auf die Erzeugnisse und Besonderheiten jeder einzelnen Region.

Alleine aber schafft auch ein so ehrgeiziger Weinliebhaber wie Peñín es nicht, die mehr als 10.000 Weine jährlich zu verkosten und zu bewerten. Unterstützung liefert ihm seine Expertengruppe, die ausschließlich aus Menschen besteht, die ebenso für den Weingenuss brennen wie Peñín selbst.

Zwischen Januar und Juni widmet sich das gesamte Guía Peñín-Team den Verkostungen. Keine Anbauregion kommt hier zu kurz, jede erhält ihren ganz eigenen Platz bei der Zeitplanung. Ein Wein, der auf Herz und Nieren getestet wird, muss nicht nur hinsichtlich der objektiven Merkmale wie Farbe und Aromatik überprüft werden, sondern auch den rein subjektiven Ansprüchen der Verkoster standhalten können. Nicht selten kommt es daher vor, dass vollkommen neue Begrifflichkeiten zur Beschreibung der Weine Verwendung finden.

Verkostet wird beim Guía Peñín nicht im Rahmen einer sogenannten Blindverkostung. Jeder Teilnehmer kann also sehen, aus welcher Bodega und welcher Region der aktuelle Tropfen stammt. Auf diese Weise gelingt die letztendliche Bewertung der Weine auf fairere Art und Weise und bezieht auch die bisherige Historie eines Weinguts ein. Alle Team-Mitglieder stehen in regem Austausch miteinander und lassen sich keinesfalls leichtfertig zu einer finalen Meinung hinreißen. Auch Datenbanken mit Ergebnissen der vergangenen Jahrgänge helfen dabei, einem Tropfen gerecht begegnen zu können. Guía Peñín-Bewertungen sind also mehr als oberflächliche Momentaufnahmen – sie vergessen die wohl wichtigsten Aspekte des Weingenusses nicht: Den Winzer, seine Heimat und den Genießer.

Das Guia Peñín-Punktesystem

Das Bewertungssystem des Guía Peñín stützt sich auf die gleichen Prinzipien, wie sie auch bei Robert Parker Anwendung finden. Das Bewertungsspektrum beginnt mit der Zahl 50 und reicht bis zur 100 hinauf. Je höher die letztendliche Bewertungszahl ausfällt, desto hochwertiger ist der Wein.

Wer sich mit dem Guía Peñín beschäftigt, wird möglicherweise auch auf eine weitere Bewertungs-Skala stoßen. Diese wurde speziell für die deutsche Übersetzung des Weinführers konzipiert und vereint auch preisliche Angaben mit dem Qualitätsverständnis der Spanier. Offiziell angegeben wird jedoch stets die Bewertung, welche die Guía Peñín-Verkoster abseits dieser zusätzlichen Pyramide verliehen haben.

Im klassischen System staffeln sich die Bewertungskategorien wie folgt:

50 bis 59 Punkte

Dieser Wein stellt zwar keine Gefahr für die Gesundheit des Genießers dar, ist aber dennoch kein empfehlenswerter Genuss. Möglicherweise verfügt er über Weinfehler, eine deutlich unausgewogene Aromatik oder verschiedene Fehltöne, die auch gewöhnlichen Ansprüchen nicht gerecht werden.

60 bis 69 Punkte

Einen solchen Wein würde José Peñín vermutlich als hinnehmbar bezeichnen. Es handelt sich um Tropfen, die keine offensichtlichen Fehler aufweisen, aber dennoch mit kleinen Makeln daherkommen. Der Geschmackseindruck ist „in Ordnung“, aber keinesfalls eine Offenbarung.

70 bis 79 Punkte

Weine in diesem Bewertungsspektrum sind rundum akzeptabel und befriedigen die Ansprüche ihres Genießers. Frei von Weinfehlern und Disharmonien wissen sie zufriedenzustellen, erweisen sich jedoch nicht als Highlight.

80 bis 89 Punkte

Zwischen 80 und 89 Punkten ist ein Stadium erreicht, in dem ein Wein laut Guía Peñín als „sehr gut“ bezeichnet werden kann. Hier zeigen sich angenehme Merkmale, die auf die jeweilige Rebsorte oder auch sorgfältige Vinifikation und Reifung hinweisen. Charakter fehlt diesen Weinen ebenfalls nicht. Lediglich vermissen könnten Genießer bei solchen Tropfen terroirspezifische Noten und die oft gewünschte Besonderheit.

90 bis 94 Punkte

Ab neunzig Punkten ist ein Wein dazu in der Lage, auch anspruchsvollste Genießer von sich zu überzeugen. Angenehm gespiegeltes Terroir, eine ausgewogene Rebsortentypizität und die schmeckbare Leidenschaft des Winzers machen diese Tropfen aus. Dass ein Wein dieser Stufe nicht die Spitze des Guía Peñín erreicht, lässt sich meist dadurch begründen, dass noch etwas mehr Struktur und Profil möglich gewesen wären.

Das aber kann zu Recht als „Jammern auf hohem Niveau“ bezeichnet werden, denn Weine dieser Stufe sind in Gesellschaft und zu ruhiger Stunde kompromisslose Glanzlichter.

95 bis 100 Punkte

Einen solchen Wein findet der Genießer nur selten, denn hierbei handelt es sich um eine echte Ausnahmeerscheinung. Im Vergleich zu den Weinen der vorherigen Stufe weiß dieser auf ganzer Linie zu überzeugen und präsentiert sich mit einer Klarheit und Charakterstärke, die ihresgleichen sucht. Komplex und hocharomatisch überflügelt ein 95- bis 100-Punkte-Wein seine Konkurrenz spielend leicht.

Fazit: Für Spanien-Fans unverzichtbar

Natürlich reicht das Spektrum der verkosteten und präsentierten Weine im Guía Peñín international betrachtet nicht so weit, wie es beispielsweise bei Robert Parkers „Wine Advocate“ der Fall ist. Diesen Anspruch aber hegt José Peñín ohnehin nicht – denn hier zählen ausschließlich die Genussmomente seines eigenen und wahrscheinlich liebsten Landes. Wer Spaniens Weine schätzt und sich gerne professioneller Meinungen und Kritiken bedient, kommt am Guía Peñín also nicht vorbei, sondern darf sich ganz gezielt inspirieren lassen.

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Sollten dennoch Fragen offenbleiben, freuen sich unsere Spezialisten darauf, diese zu beantworten. Schreiben Sie uns dafür einfach an unter service@silkes-weinkeller.de.

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