Glas steht auf Tisch im Garten und wird mit Rotwein befüllt.

Rotwein: Dunkle Trauben, großer Genuss

Rotweinreben tragen viele Namen. Die Anzahl nämlich ist riesig. Und wer sich mit diesem Genuss beschäftigt, merkt schnell: Rotwein ist nicht gleich Rotwein. Von süßen und fruchtigen Tropfen bis hin zu straff gespannten Weinen mit knackigem Tannin ist praktisch alles möglich. Ein Ausflug in die Welt der roten Weine.

Die Geschichte des Rotweins

Wie lange es den Rotwein, respektive frühe Formen dieser Tropfen, gibt, ist nicht gänzlich klar. Fest steht jedoch, dass bereits während der Antike und im alten Ägypten Trauben zu Alkohol vergoren wurden. Als Heilmittel und zum Genuss spielte der Rotwein bei Griechen, Römern und Ägyptern folglich bereits eine Rolle.

Im Mittelalter schließlich übernahmen die Klöster und Kirchen den Wein und förderten seinen Anbau in ganz Europa. Der Rotwein als Symbol für das Blut Christi spielte hierbei zweifellos eine Rolle. Letztlich jedoch zeigte sich auch, dass Wein eine gute Einnahmequelle darstellte. Auf den von der Kirche gepflegten Weinbergen wuchsen bald gesunde Rebstöcke, die nach Kriegen und weiteren Katastrophen wie der Reblauskrise nicht länger nur den Klöstern gehörten.

Winzer auf der ganzen Welt produzieren heute Rotweine. Sie beschäftigen sich mit regionaltypischen Rebsorten sowie Terroirs und kreieren mitunter Tropfen, die zum Aushängeschild für ganze Landstriche werden. Von reinsortigen Weinen bis hin zu Cuvées ist der rote Wein fester Bestandteil der modernen Genusswelt.

Wie roter Wein entsteht

Nur wenige rote Rebsorten bieten Trauben, deren Most und Fruchtfleisch dunkelrot gefärbt ist. Dornfelder gehört hierzu, weswegen die Rebe bereits früh als sogenannte Färbertraube diente und Tropfen intensivere Farbe schenkte. Für die meisten anderen Rebsorten gilt: Die Farbe steckt in den Traubenschalen. Daher halten Winzer den Most und die Schalen nach dem Pressen eine ganze Weile in Kontakt. Dieser Prozess nennt sich Maischegärung. Hier lösen sich Farbpigmente, Tannin und weitere Stoffe aus der Maische und verleihen dem Wein seinen Charakter.

Wie lange ein Rotwein auf der Maische verbleibt, entscheiden Winzer. Bei kürzerer Dauer entstehen jugendlichere Tropfen mit fruchtigen Nuancen. Bei längerer Maischegärung entwickeln die Weine Lagerpotenzial und Tiefe. Im Zentrum steht dabei absolut gesundes Lesegut. Durch die lange Zeit auf der Maische geht von kranken Trauben ein Risiko für Weinfehler und unerwünschte Geschmacksnuancen aus. Viele Winzer selektieren das Lesegut daher sorgfältig, bevor sie es pressen und zu Rotwein verarbeiten.

Blaue Trauben an Rebe in grünem Weinberg
Rotwein: Blaue Reben, große Vielfalt

Beliebte Rebsorten weltweit

Rotwein entsteht in aller Welt. Südafrikas Pinotage, Italiens Primitivo und der Zinfandel Kaliforniens sind nur drei Beispiele für die globale Vielfalt. Dennoch ist es möglich, unter den Rotweinreben weltweite Lieblinge auszudeuten. Sie nehmen viel Rebfläche ein und sind laut der International Organization of Vine and Wine (OIV) besonders verbreitet. Zu diesen Sorten gehören:

  • Cabernet Sauvignon
  • Merlot
  • Tempranillo
  • Syrah
  • Garnacha Tinta
  • und Pinot Noir.

Diese kleine Liste zeigt, welche Rebsorten Genießern immer wieder begegnen. Allein an ihr orientiert sich die Welt der Rotweine jedoch nicht. Besonders regional bedeutsame Sorten finden sich im globalen Ranking nicht, stellen mitunter aber das Fundament für den Erfolg einzelner Anbaugebiete und Winzer dar. In Deutschland beispielsweise ist nicht nur der Spätburgunder beliebt, sondern auch

  • Dornfelder
  • Portugieser
  • Trollinger
  • und Regent.

Hinzu kommt die Tatsache, dass Rotwein längst nicht nur sortenrein entsteht. Viele Winzer verschreiben sich ganz der Kunst der Cuvées und komponieren Tropfen aus mehreren Rebsorten. Zahlreiche Weingüter in Deutschland halten heute hochwertige Rotwein-Cuvées bereit, in denen die einzelnen Reben sich gegenseitig ergänzen. Zu den berühmtesten Rotwein-Cuvées der Welt gehören Chianti aus Italien, Châteauneuf-du-Pape aus Frankreich und Rioja aus Spanien.

Zwei Rotweinflaschen und ein Glas auf braunem Holztisch
Rotwein ist vielfältig

Rotwein: Unglaubliche Genussvielfalt

Zahlreiche Rebsorten, reinsortige Weine und Cuvées beeinflussen die Welt der roten Genüsse. Doch damit ist das Potenzial dieser Tropfen noch längst nicht ausgeschöpft. Winzern in aller Welt steht heute eine große Vielfalt an Methoden frei, mit denen sie ihrem Wein seinen individuellen Charakter verleihen. Einige Fragen ziehen sich daher durch die moderne Realität des Rotweins. In Stahltank oder Eichenholz gereift? Aus getrockneten oder frischen Trauben? Kurz oder lang auf der Maische vergoren?

Von Vanille über Tabak bis hin zu Zartbitterschokolade reicht das Spektrum der Aromen im Rotwein. Viele Tropfen offenbaren Noten von roter oder schwarzer Waldbeere und Kirsche, während andere auch Zimt und Lakritze bereithalten. Selbst Veilchenblüte ist ein gern gesehener Gast in manch rotem Wein. Hinzu kommt die Frage nach dem grundsätzlichen Charakter eines solchen Tropfens. Es gibt leichte, mittelschwere und gehaltvolle Rotweine mit trockenem bis hin zu süßlichem Profil.

Genießern steht beim Rotwein folglich eine ganze Welt offen. Rund um den Globus präsentieren Winzer Tropfen für verschiedenste Geschmäcker. Welcher Rotwein letztlich zu den persönlichen Favoriten gehört, ist eine Frage der individuellen Vorlieben.

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