Verschiedene Weingläser befüllt mit verschidenen Arten von Wein

Weinrekorde II: häufig, häufiger, am häufigsten

Nachdem sich der erste Teil der Weinrekorde-Serie mit einigen der großen, größeren und größten Schätzen der Weinwelt beschäftigte, dreht sich hier alles um das Thema Häufigkeit. Von deutschen Weinlagen über Tafeltraubensorten bis hin zu Geschmacksstoffen hält auch dieser Bereich wieder einige spannende Details bereit.

1. Die häufigste Lagennamen in Deutschland

Weinlagen in Deutschland haben oft sehr kreative Namen, die nicht selten eng verwoben mit der Geschichte des Ortes sind, zu dem sie gehören. Dabei gibt es bestimmte Namen nicht nur einmal, sondern an vielen verschiedenen Orten.
Am häufigsten in Deutschland ist der Lagenname „Sonnenberg“. Ganze 79 Einzellagen in der Bundesrepublik heißen so. Außerdem häufig: „Kirchberg“, „Rosenberg“, „Herrenberg“, „Kapellenberg“, „Altenberg“ und „Klosterberg“. Während „Klosterberg noch fünfzig Einzellagen beschreibt, kommt „Klosterberg“ in Deutschland rund dreißigmal vor.

2. Die häufigsten Rebsorten

Die Anzahl der weltweit verwendeten Rebsorten ist ohnehin riesig. Von Region zu Region unterscheiden sich die Traditionsreben, manche jedoch genießen weltweit besonderes Ansehen. Deshalb nehmen sie entsprechend große Rebflächen ein.

Zu den am häufigsten vorkommenden Rebsorten weltweit gehören Cabernet Sauvignon, Merlot, Tempranillo, Airén und Chardonnay. Grundlage für diese Liste ist eine Erhebung, die der Wirtschaftsprofession Kym Anderson 2016 erarbeitete und am Schluss rund 150 der häufigsten Rebsorten weltweit nannte. Die Erhebung trug den Namen „Which Winegrape Varieties are Grown Where? A Global Empirical Picture“.

3. Die häufigste Menge an Rebsorten in einer Cuvée

Cuvées sind in der Welt der Weine nicht selten. Auch stehen sie nicht für mindere Qualität, so wie es manche Menschen angesichts des alternativen Begriffs „Verschnitt“ oft glauben. Im Gegenteil: eine Cuvée vereint meist Rebsorten, die sich gegenseitig ideal ergänzen und so einen besonders facettenreichen, harmonischen Wein ergeben.

Der Wein, bei dem der Winzer in der Sortenliste am häufigsten ansetzt, ist der Châteauneuf-du-Pape. Insgesamt sind für diese Cuvée aus Frankreich ganze achtzehn Rebsorten, sowohl weiße als auch rote, zugelassen. Im Vergleich zu anderen Cuvées, in denen oft nur zwei bis vier Sorten zusammenkommen, ist das außerordentlich.

4. Die häufigsten Stoffe bei der Weinbereitung

Gelangen Trauben nach der Lese in den Keller steht Winzern ein breites Repertoire an Methoden und Verfahren offen. Nicht nur die Frage nach Art des Gärprozesses und des Ausbaus gilt es zu beantworten. Auch gibt es eine Vielzahl von Stoffen, die je nach Wein zugegeben werden.
Zu den häufigsten Mitteln im Weinkeller gehören dabei vermutlich Eiweißstoffe wie Eiklar, Gelatine oder Kasein zum Klären des Weines, Reichzuchthefen für die kontrollierte Gärung und Schwefel als Mittel zum Schutz vor oxidativen Prozessen. Bei Tropfen wie Sherry und Portwein ist außerdem auch Alkohol als Stoff notwendig, um den Gärprozess vorzeitig zu stoppen.

Trauben in verschidenen Farben, dunkel und hellrot, sowie grün.

5. Die häufigsten Tafeltrauben der Welt

Eine Tafeltraube gelangt nicht in den Wein, auch wenn sie verwandt mit den für Wein zugelassenen Früchten ist. Seit Inkrafttreten der reformierten EU-Weinmarktordnung im Jahr 2000 fallen Tafeltrauben auch nicht mehr unter das Weinrecht.

Auch hier gibt es eine reiche Vielfalt an Sorten, die sich beispielsweise im Hinblick auf ihre Schalenfarbe, das Vorhandensein von Kernen und ihre Größe sowie Form unterscheiden. Die weltweit am häufigsten angebaute Tafeltraube ist indes die weiße, kernlose Sultanina. Ebenfalls häufig kommen die rote, kernlose „Crimson Seedless“ und die weiße, ebenfalls kernlose „Sugraone“ vor.

6. Die häufigsten Geschmacksstoffe im Wein

Dass Wein so schmeckt, wie er schmeckt, verdanken Winzer und Genießer einer großen Vielzahl unterschiedlicher Geschmacksstoffe. Sie stammen entweder aus der Frucht, ihren Stängeln und Blättern, dem Ausbaubehälter oder entstehen im Rahmen des Gär- sowie Ausbauprozesses.
Etwa fünfzig Geschmacksstoffe sind maßgeblich verantwortlich für Weingeschmack. Zu ihnen gehören ätherische Öle, Anthocyane, önologische Enzyme sowie Tannine und unterschiedliche Norisoprenoide. Ebenfalls geschmacksprägend und häufig sind Mineralstoffe, Zucker und Säuren wie Wein- oder auch Apfelsäure. Ein weiterer Stoff, der den Geschmack eines Weins zu prägen vermag, ist Hefe. Je nach Art des Weines schätzen Genießer beispielsweise im Champagner oder PetNat die typisch hefige Briochenuance.

7. Die häufigsten Spirituosen der Zeit

Wenngleich sie nicht direkt zur Welt der Weine gehören, spielen Spirituosen in Sachen Genuss eine bedeutende Rolle. Es lohnt sich daher, in dieser Serie der Superlative auch auf diese besondere Kategorie zu schauen.

Am häufigsten in Deutschland konsumieren Genießer im Spirituosenbereich Kräuterliköre, Sahneliköre, Halbbitter und Obstbrände. Weltweit dürfte sich dieses Bild allerdings anders darstellen, denn auf dem globalen Parkett spielen große Namen wie Rum, Whiskey, Tequila und Wodka besondere Rollen und werden daher vermutlich auch häufig konsumiert sowie angeboten.

Fazit: Häufig ist oft, was die Weinwelt so besonders macht

Ob nun der „Kirchberg“, die Sultanina-Traube oder der Châteauneuf-du-Pape mit seiner langen Sortenliste: Superlative im Bereich der Häufigkeit, wie wir sie hier mit Hilfe der Informationen von wein.plus zusammengetragen haben, beschreiben nicht selten einen wichtigen Teil der Struktur unserer Genusswelten. Viele von ihnen sind gute Ausgangspunkte für Neulinge, andere wiederum helfen beim Lernen wichtiger Details wie etwa der Vorgänge im Keller. Es lohnt sich folglich, auch weiter nach den häufigen Dingen zu schauen, denn manchmal führen sie uns zu faszinierenden Neuentdeckungen.

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