Menschen auf einem Boot auf einem Fluss in Italien

Weinwissen III: Italien

Aus welcher Region kommt der Montefalco Sagrantino? Aus Umbrien? Vielleicht aus Apulien? Oder aus der Toskana?

Der Montefalco Sagrantino DOCG stammt aus Umbrien. Der trockene Rotwein besteht ausschließlich aus der Rebsorte Sagrantino. Im Jahre 1992 erhielt er seinen DOCG-Titel. Zu finden ist Montefalco Sagrantino DOCG sowohl in einer trockenen („secco“) als auch in einer süßen („passito“) Version.

Winzer in Montefalco und weiteren Gemeinden Perugias wie Giano de’ll Umbria, Bevagna und Castel Ritaldi vinifizieren diesen Wein. Jährlich entstehen in ihren Kellern etwa 13.900 Hektoliter Montefalco Sagrantino DOCG. Der Wein selbst ist in dunklem Rot gehalten und reich an Waldbeer-Nuancen. Er passt gut zur klassisch mediterranen Küche, aber auch zu Grillfleisch und Wildgerichten im Herbst.

Wie heißt das ursprüngliche Fass für die Reifung des Vin Santo in der Toskana? Barrique? Bota? Oder Caratello?

Die Fässer, in denen der Vin Santo reift, nennen toskanische Winzer „Caratelli“. Dieses Wort beschreibt jedoch stets mehrere Exemplare, wohingegen „Caratello“ für ein einziges Fass steht. Das Volumen dieser Ausbaubehälter variiert zwischen fünfzig und 300 Litern. Meist bestehen sie aus Eichenholz, früher gab es nennenswerte Anteile von Caratelli aus Kastanien-, Kirschbaum- oder Birnbaumholz.

In den Caratelli verweilt der Vin Santo eine Mindestzeit von drei Jahren unter dem Dach der Weingüter. Wechsel von heißen und kühlen Temperaturen sind hierbei ein entscheidender Einflussfaktor.

Abbildung von gestapelten Caratelli-Fässern

Was versteht ein italienischer Winzer unter einem Barolo Chinato? Ein Weinfest? Einen aromatisierten Barolo? Oder eine Lage in Serralunga?

Unter einem Barolo Chinato verstehen Winzer und Genießer einen aromatisierten Barolo. Als Grundlage für diesen Wein dient stets ein bereits vinifizierter Barolo unterschiedlichen Reifegrades. Diesem Rotwein fügen Winzer dann unterschiedliche Kräuter hinzu, um ihm seinen charakteristischen Geschmack zu verleihen.

„Chinato“ als Zusatz weist darauf hin, dass vor allem der Einfluss der Chinarinde groß ist. An ihrer Seite finden sich im Barolo Chinato nicht selten auch Rhabarber, Enzian und Kardamom. Sie mazerieren im Barolo, bevor dieser in Holzfässer umzieht und ein Jahrzehnt reift. Da der Barolo Chinato so würzig und intensiv ist, passt er gut zu reifem Käse, dunklen Schokoladendesserts und Wildfleisch.

Was ist die Hauptrebsorte für einen Valpolicella? Marzemino? Barbera? Oder Corvina?

Als Hauptrebsorte für den Valpolicella gilt die Rebsorte Corvina Veronese. An ihrer Seite findet sich im Rotwein meist noch ein nennenswerter Anteil Rondinella sowie weitere in Verona zugelassene Rebsorten. Diese sind Sangiovese, Negrara, Oseleta, Croatina, und Cabernet Franc. Gestattet ist es auch, bis zu fünfzig Prozent des Corvina Veronese-Anteils durch Corvinone Veronese zu ersetzen.

Diese Rebsorten fließen sowohl in den DOC-Wein Valpolicella als auch in den Valpolicella Ripasso. Jährlich gelangen etwa 425.000 Hektoliter auf den Markt. Die Rebsorte Corvina Veronese schenkt den Weinen eine fruchtige Komponente und straffes Tannin. Sie benötigt jedoch weitere Rebsorten an ihrer Seite, um harmonisch zu wirken.

Rote Corvina Veronese Trauben an Rebe

Was bedeutet Chiaretto? Hauswein? Dreirädriges Moped? Oder Rosé?

Als Chiaretto bezeichnen Winzer und Genießer einen italienischen Roséwein, der am Gardasee entsteht. Sowohl in der Lombardei als auch in Venetien gilt Chiaretto als sehr beliebt. Es handelt sich stets um eine Cuvée mit für Bardolino typischen Rebsorten wie Corvina, Molinara und Rondinella.

Der Legende nach erfand ein Rechtsanwalt diesen Weinstil, wobei er sich von den Rosés aus Frankreich inspirieren ließ. Farblich ist ein Chiaretto oft zartrosa gehalten und bringt Nuancen von Erdbeere sowie Himbeere mit leichter Würze ins Bukett und an den Gaumen. Winzer empfehlen ihn gern zur leichten Küche und zu Fisch.

Was bedeutet in Südtirol „wimmen“? Das Einmaischen der Trauben? Ein Weinlesefest? Oder das Lesen der Trauben?

Im Dialekt der Südtiroler Winzer beschreibt „wimmen“ die Traubenlese. Viele Weingüter vor Ort laden auch Touristen dazu ein, bei diesem bunten Treiben in den Weinbergen zuzuschauen. Gelegentlich dürfen sie dabei sogar selbst mit Eimer und Schere helfen. Als bedeutende Tradition in Bezug auf das Wimmen gilt das Zubereiten von „Plent“.

Bei Plent handelt es sich um Polenta, die vor Ort in den Weinbergen im sogenannten „Plentnkessel“ gekocht wird. Polenta erweist sich hier als besonders passend, da sich der Grieß gut transportieren lässt und Arbeiter im Weinberg in ihrer Pause nährt.

Aus welcher Region kommt der Est! Est!! Est!!!? Umbrien? Kampanien? Oder Latium?

Der Est! Est!! Est!!! di Montefiascone stammt aus der Region Latium. Es handelt sich um eine weiße Cuvée aus den Rebsorten Trebbiano Toscano, Trebbiano Giallo, Malvasia Bianca Lunga, Malvasia del Lazio und weiteren zugelassenen Varianten. Den Est! Est!! Est!!! di Montefiascone gibt es als Stillwein und Schaumwein. Seit 1966 trägt er den Titel einer Denominazione di origine controllata.

Die Geschichte hinter dem Namen erzählt von einen Diener Johannes Fuggers, der in Rom Ausschau nach Weinen hielt. An die Tür eines jeden Guts mit schmackhaftem Wein schrieb er „Est“, in Montefiascione aber war der Wein so überzeugend, dass er das Wort dreifach hinterließ.

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