Fluss fließt durch Landschaft im Douro-Tal

Portugiesischer Wein: Mehr als Vinho Verde und Portwein

Wein aus Spanien ist Genießern in aller Welt gut bekannt. Vor allem die roten Rebsorten wie Garnacha und Tempranillo verhalfen dem Land früh zu Ruhm, was köstliche Tropfen betrifft. Dass westlich von Spanien aber ein weiteres, spannendes Weinland liegt, gerät erst seit wenigen Jahren immer mehr in den Fokus. Portugiesischer Wein gewinnt Freunde in aller Welt. Und das in rasantem Tempo. Dabei zeigt sich: Weine aus Portugal sind vielfältiger als oft gedacht.

Weinbau in Portugal: Historische Aspekte

Die Geschichte des Weinbaus reicht in Portugal weit zurück. Wenigstens 4.000 Jahre alt ist die Tradition im schmalen Land am Rande der Iberischen Halbinsel laut Experten. Vermutlich brachten die Phönizier den Wein nach Portugal, während die Römer ihn später vom Süden aus in den Rest des Landes brachten. Ab dem zweiten Jahrhundert nach Christus gewann der Weinbau in Portugal mit dem Christentum auch an religiöser Bedeutung. Bis in das zwölfte Jahrhundert entwickelte er sich aufgrund der maurischen Herrschaft jedoch nur noch zögerlich weiter.

Die Zisterzienser und ihre Klöster schufen ab dem zwölften Jahrhundert eine neue Grundlage für Weine aus Portugal. Die Landwirtschaft profitierte besonders von König Dom Dinis, der auch den Weinbau in Portugal so gut förderte, dass Exporte in großem Stil möglich wurden. In den folgenden Jahrhunderten genossen portugiesische Winzer den florierenden Handel, bauten ihre Rebflächen aus und produzierten mit Madeira sowie Portwein echte Exportschlager für den britischen Markt.

Als später Reblaus und Mehltau in das Land einfielen, erlebte auch portugiesischer Wein herbe Rückschläge. Zerstörte Rebflächen und Existenzen prägten die Zeit zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert. Ab 1930 dann bauten Winzergenossenschaften den Weinbau in Portugal wieder auf. Nach der Nelkenrevolution und durch den Anschluss an den Markt Europas gelang es den Winzern des Landes, wieder erfolgreich zu wirtschaften.

Seitdem befindet sich der Wein aus Portugal im Aufwind. Heute leben rund 15 Prozent aller Einwohner des Landes direkt oder auch indirekt vom Weinbau. Die 200.000 Winzer Portugals arbeiten größtenteils mit Genossenschaften zusammen, es gibt aber auch einige Familiengüter und Häuser, die Wein selbst kultivieren und produzieren.

Portugal: Häuser stehen in bergiger Duoro-Landschaft

Portugal: Weingebiete und Klima

Vom Süden bis in den Norden betreiben Winzer in Portugal Weinbau. Das schafft eine gute Grundlage für facettenreiche Profile. Nicht nur Vinho Verde, sondern auch Madeira, Portwein und viele weitere Weiß- sowie Rotweine gelangen heute auf den Markt.

Auf einer Rebfläche von über 200.000 Hektar bauen Winzer internationale und portugiesische Rebsorten an. Die jährliche Produktionsmenge liegt zwischen sechs und sieben Millionen Hektolitern. Die Portugiesen gehören dabei selbst zu bereitwilligen Konsumenten. Etwa 42 bis 43 Liter Wein trinkt jeder Einwohner pro Jahr im Durchschnitt.

Der Weinbau in Portugal teilt sich in viele Regionen auf. Hierzu gehören

  • Vinho Verde
  • Trás-os-Montes
  • Porto
  • Douro
  • Bairrada
  • Dão
  • Alentejo
  • Tejo
  • und Madeira.

Das Klima im Land verändert sich von Norden nach Süden deutlich. Während der Norden mit dem berühmten Vinho Verde über kühleres, oft atlantisch geprägtes Klima verfügt, herrschen weiter östlich in Trás-os-Montes durch den Schutz der Berge bereits Hitze und Trockenheit. Natürlich gibt es in Portugal Weingebiete mit spannenden Mikroklimata. Dão im Zentrum des Landes gehört zum Beispiel dazu. Die Hitze von Alentejo und das tropische Klima Madeiras unterstreichen die Vielfalt Portugals.

Insgesamt verfügt Portugal über vierzig Weingebiete für Qualitätswein, von denen rund 26 den Status einer Denominação de Origem Controlada (DOC) genießen. In sechs Weingebieten entstehen Weine mit dem Siegel Indicação de Proveniencia Regulamentada (IPR) und in acht Vinhos Regionais (VR). Im übrigen Portugal erzeugen Winzer den Tafelwein Vinho de Mesa.

Portugiesischer Wein kommt heute nicht nur in großer Vielfalt, sondern auch in oft hoher Qualität daher. Es gibt einige junge Winzer, die sich dem Weinbau in Portugal leidenschaftlich widmen und nach neuen Wegen suchen. Dies macht es ihnen nicht immer möglich, die Vorgaben eines angesehenen Siegels wie DOC zu erfüllen, obwohl sie herrliche Weine produzieren. Es lohnt sich also, Wein aus Portugal nicht allein anhand des Siegels zu beurteilen.

Kisten liegen im Gras vor Reben

Weine und Rebsorten: Portugal im Glas

Weine aus Portugal lassen sich grob in drei Kategorien teilen: Verdes, Maduro und Garrafeira. Mit Verdes sind junge Weine gemeint, Maduro bezeichnet reifere Tropfen und bei Garrafeira handelt es sich um Spitzenweine, die lange lagern dürfen. Die Vielzahl der Weinregionen, Siegel, Methoden und Klimata des Landes machen eine genussvolle Reise durch Portugal so spannend. Vom jungen Winzer mit Leidenschaft für frischen Vinho Verde bis hin zum etablierten Traditionshaus mit in Holz gereiften Rotwein-Schwergewichten bedient das Land vielfältigste Geschmäcker.

Insgesamt gibt es 500 Rebsorten in Portugal, die hier heimisch sind. Sie bezeichnen Winzer als Castas. Für den Weinbau zugelassen sind jedoch nur etwas mehr als 340 Rebsorten. Bei Rotweinen dominieren die Sorten

  • Tinta Roriz
  • Alfrocheiro
  • Touriga Nacional
  • Touriga Francesca
  • Baga
  • und Castelão Francês.

Unter den weißen Rebsorten in Portugal sind

  • Alvarinho
  • Avesso
  • Loureiro
  • Verdelho
  • Arinto
  • und Trajadura

besonders bedeutsam. Winzer haben je nach Region, Tradition und persönlichem Stil sowohl reinsortige Weine als auch Cuvées im Angebot. Das Spektrum der Genussrichtungen reicht dabei von trockenen und leichten Tropfen bis hin zu süßen Weinen wie Madeira. Von Portugals Winzern, so viel steht fest, erwarten Genießer in aller Welt zu Recht Großes.

Weine aus Portugal


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