Entlang des Flusses Duoro präsentieren sich dem Naturbegeisterten diverse Klimazonen und dem Weinliebhaber eine große Weinvielfalt vom Port- bis zum Weißwein.

Portwein – Portugals Exportschlager

Zwischen der portugiesischen Atlantikküste und der spanischen Grenze erstreckt sich mit dem Douro-Tal eine der bedeutendsten Anbauregionen für Wein weltweit. Auch wenn das Tal heute für eine Vielzahl hochwertiger Weine bekannt ist, hat es seinen Ruhm vor allem dem Portwein zu verdanken. Der aufgespritete Wein, einst nach der Hafenstadt Porto benannt, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Er gilt als besonders vielseitig und facettenreich, was sich auch in der Existenz mehrerer Typen und Klassifikationen zeigt.
 

Die Geschichte des Portweins

Obgleich schon die Römer den Weinbau nach Portugal brachten, wurde der Grundstein für den heutigen Portwein erst im dreizehnten Jahrhundert gelegt. Etwa zweihundert Jahre nachdem Heinrich von Burgund neue Rebsorten in Portugal hatte anpflanzen lassen, starteten Winzer mit der Herstellung des „Vino de Lamego“. Dieser Wein gilt als direkter Vorfahre des Portweins und stieß schon zu damaligen Zeiten auf großes Interesse. So durften die Portugiesen vor der britischen Küste Kabeljau fischen, solange sie die Engländer mit Vino de Lamego versorgten.
 
Es dauerte mehr als dreihundert Jahre, bis die Bezeichnung Vino de Lamego allmählich verschwand und durch „Porto“ ersetzt wurde. Weiterhin blieben es jedoch die Briten, die den portugiesischen Wein schätzten und in großen Mengen importierten. Die unterkühlte Beziehung zwischen England und Frankreich förderte das florierende Geschäft mit dem Portwein und es entstand ein reger Betrieb am Hafen Portos. Als der Botschafter John Methuen im Jahre 1703 den Methuenvertrag unterzeichnete, erhöhte sich der Handel zwischen Portugal und England ein weiteres Mal. Von diesem Zeitpunkt an galten neue Regelungen und vergünstigte Zollgebühren für den Export von Portwein nach England.
 
Da die Nachfrage schon bald das Angebot zu übersteigen drohte, vergaß so mancher Winzer seine Qualitätsversprechen – und der Portwein wurde zur Massenware. Damit wollte sich jedoch der portugiesische Staatsmann Marquês de Pombal nicht zufriedengeben: Er setzte zur Verbesserung der Qualität einige Kriterien rund um Rebsorten und Anbaugebiete fest. Ab diesem Zeitpunkt war der Weg frei für einen hochqualitativen Genuss, der auch heute noch die Welt des portugiesischen Weines bestimmt.

Herkunft und Rebsorten

Ein Portwein ist nur dann ein Portwein, wenn er den Vorgaben des „Instituto do Vinho do Porto“ entspricht. Hierzu zählt auch die Voraussetzung, dass Trauben für den Portwein nur aus bestimmten Gebieten innerhalb des Douro-Tales – Baixo Corgo, Cima Corgo und Douro Superior – stammen dürfen.
 
Was die Rebsorten für Portwein betrifft, so teilt das Instituto do Vinho do Porto sie in die drei Kategorien „empfohlen“, „erlaubt“ und „toleriert“ ein. Besonders häufig bei der Herstellung roten Portweines kommen die Rebsorten Tinta Barroca, Tinto Cão, Touriga Francesca, Tinta Roriz, Tinta Amarela und Touriga Nacional zum Einsatz. Aus Malvasia Fina, Rabigato und Codega entsteht ein Großteil des weißen Port.

Der Produktionsprozess

Portwein trinken

Nach der Handlese und Sortierung der Trauben erfolgt auch beim Portwein zunächst das Pressen und Ansetzen des Mostes zur Gärung. Die Gärung erfolgt jedoch nicht wie bei anderen Weinen, sondern wird an einem bestimmten Punkt gestoppt. Dies macht die Fortifizierung mit hochprozentigem Weindestillat möglich. Das Stoppen des Gärungsprozesses verleiht dem Portwein seine charakteristische Restsüße und einen Alkoholgehalt zwischen 19 und 22 Volumenprozent.
 
Ist auch dieser Schritt erledigt, gelangt der Wein nach etwa sechs Monaten in große Kellereien im Westen des Douro-Tales. Hier erfolgt dann der Reifungsprozess, der für den letztendlichen Charakter der Weine von großer Bedeutung ist. Die Reifung beginnt in großen Tanks aus Holz oder auch Stahl, in denen der Portwein zwischen zwei und sechs Jahren verbleibt. Bei der Verkostung –frühestens zwei Jahre nach Reifungsbeginn – entscheiden die Kellermeister über den weiteren Werdegang des Weines. Je besser der Jahrgang ist, desto länger darf er reifen. Ein Port mit großem Potenzial gelangt dann aus dem Tank auf die Flasche oder in kleinere Fässer (Pipes), wo er je nach Qualität mehr als zehn Jahre ausreifen darf.
 
So wandelt sich der Portwein im Laufe seiner Reifungsjahre von einem fruchtigen Tropfen zu einem süßen Genuss mit Noten von Trockenfrucht, Gewürzen, Karamell und Vanille. Farblich variiert das Spektrum zwischen dunklem Rubinrot bis hin zu Bernstein, Gold und Braun.

Die Portwein-Typen

Portwein

Um den richtigen Port für einen individuellen Anlass zu finden, ist die Unterscheidung der folgenden vier Portwein-Typen hilfreich:

  • Tawny
  • Ruby
  • White
  • und Rosé

 
Während ein Ruby Port einen eher jungen und fruchtbetonten Charakter aufweist, ist ein Reserve Ruby bereits reifer und facettenreicher. Ähnliches zeigt sich bei der Unterscheidung von Tawny und Old Tawny Port. White Port hingegen wird ausschließlich aus hellen Trauben hergestellt und nach der Reifung in unterschiedliche Süße-Stufen unterteilt. Rosé Port letztlich ist eher selten zu finden und zeigt sich bei heller Rotfärbung fruchtig und frisch.
 
Als qualitativ unangefochten steht Vintage Port an der Spitze der Portweine. Schon das Lesegut muss höchsten Ansprüchen gerecht werden. Ein Vintage Port reift oft mehrere Jahrzehnte auf der Flasche, bevor er als trinkreif gilt. Alle Charaktereigenschaften eines hochwertigen Portweines vereinen sich in ihm. Er überzeugt sowohl farblich als auch in der Nase und erzeugt am Gaumen ein samtig-süßes Genusserlebnis mit nussigen Noten, Anklängen von Trockenfrucht und einer tiefgründigen und charmanten Struktur.

Portwein-Empfehlungen

Produktbild zu Niepoort Tawny Port von

Land: Portugal
Anbauregion: Douro Tal
Geschmack: süß
Produktbild zu Niepoort Dry White von

Land: Portugal
Anbauregion: Douro Tal
Geschmack: süß
Produktbild zu Niepoort Ruby von

Land: Portugal
Anbauregion: Douro Tal
Geschmack: süß

 

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