Viele Glühweintassen zusammn auf einem Tisch drappiert mit Tannenzweigen, getrockneten Orangenschalen und Zimtstangen

Warum Winzerglühwein der bessere Glühwein ist

Sobald sich das Morgengrau vor dem Fenster mit Nebelschwaden mischt, die alten Lichterketten vom Keller an die Büsche vor dem Haus umziehen und am Haken im Flur dicke Mäntel hängen, beginnt eine der wohl gemütlichsten Zeiten des Jahres. Ab Ende November, wenn die ersten Weihnachts- und Wintermärkte öffnen, erwacht nicht nur weihnachtliche Vorfreude, sondern auch Lust auf Glühwein. Warum Genießer nun besser zu Winzerglühwein greifen.

Was ist Winzerglühwein?

Bei einem Winzerglühwein handelt es sich um eine Glühwein-Art, die ein Winzer aus Weinen herstellt, welche aus seinem eigenen Keller stammen. Woraus der Winzerglühwein genau besteht, welche Rebsorten hineingelangen und auf welche Gewürze der Winzer setzt, ist eine Frage des kreativen Stils.

Was für gewöhnlichen Stillwein gilt, gilt auch für Winzerglühwein. Das Weinrecht mit seinen Bestimmungen sieht für den Glühwein die Bezeichnung „aromatisiertes weinhaltiges Getränk“ vor. Aus diesem Grund ist es Winzern gestattet, sowohl Rotwein als auch Weißwein zu verwenden sowie das Getränk zu süßen und zu würzen. Das Gesetz schreibt für den Winzerglühwein einen Alkoholgehalt von 7 bis 14,5 Volumenprozent vor.

Drei Gründe, Winzerglühwein, statt Massenware zu kaufen

Jedes Jahr zu Beginn der Vorweihnachtszeit im späten Herbst stehen in den Supermarktregalen viele Flaschen Glühwein. Oft handelt es sich dabei jedoch nicht um Erzeugnisse einzelner Winzer, sondern vielmehr um Massenware, bei der die Trauben und der schlussendliche Wein nicht aus einer Hand stammen. Das bedeutet nicht, dass Massen-Glühwein grundsätzlich schlecht ist. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass Winzerglühwein gute Chancen auf hohe Qualität und besonderen Genuss bietet.

Über 100 Weingüter in der Bundesrepublik Deutschland stellen Winzerglühweine her. Der geografische Schwerpunkt liegt hier in Baden und der Pfalz. Dies belegen zahlen des Deutschen Weininstituts. Doch was genau ist an ihren Glühweinen nun so besonders, dass Genießer sie gegenüber der konventionellen Ware bevorzugen? Drei Gründe:

Zwei Glühweingläser auf einem Tisch drappiert mit Zimtstangen und getrockneten Orangenscheiben

1. Der Winzer legt sein Augenmerk auf Qualität statt Quantität

Winzerglühwein ist für die meisten Winzer keine Frage des besonders hohen Absatzes, sondern vielmehr ein persönliches Anliegen. Weihnachtlichen Genuss zu bieten, mit Gewürzen und dezenter Süße zu spielen und Genießern ein saisonales Glanzlicht zu bieten, zählt hier besonders. Daher entstehen in den Weingütern kaum zahllose Flaschen, sondern oft exklusive und limitierte Mengen. Dies ermöglicht es dem Winzer, nicht auf Masse zu setzen und der Qualität des Glühweins die Bühne zu überlassen.

2. Winzer kennen ihre Rebsorten und Weine

Der Weg des Weines vom Weinberg bis auf die Flasche spielt für schlussendlichen Genuss eine bedeutende Rolle. Kein Wunder, dass viele Winzer besonderes Augenmerk auf die Vegetationsperiode legen, denn guter Wein entsteht aus ihrer Sicht nicht allein im Keller, sondern auch im Weinberg.

Ein Grundwein für Winzerglühwein entsteht daher bereits viele Monate vor dem Würzen und Süßen unter den Händen seines Winzers. Der Winzer weiß genau, welche Rebsorte sich für den winterlichen Genuss anbietet und welche weniger gut in die kalte Jahreszeit passt. Die Grundlage für den Winzerglühwein ist daher auch der fachkompetente Blick des Winzers auf das, was in seinen Weinbergen wächst.

3. Sorgfältig ausgewählte Zutaten ergeben harmonischere Glühweine

Kennt der Winzer seine Reben und Grundweine, ist es ihm möglich, beim Winzerglühwein nicht auf pauschale Grundrezepte zu setzen. Vielmehr erlaubt das Arbeiten mit den eigenen Weinen und ihrem individuellen Charakter auch die Kreation einzigartiger Rezepturen. Von Sternanis über Zimt bis hin zu Nelken und Orangenschale gelangt dann eine ganz persönliche Nuance in den Glühwein. Nicht selten handelt es sich bei den Rezepten für Winzerglühwein sogar um solche, welche in den Winzerfamilien von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Letztlich gilt: Ein Winzerglühwein basiert zumeist auf einem hochwertigeren Grundwein, profitiert von einer individuellen Rezeptur und entsteht von der Traube bis zur Flasche unter denselben Händen. Bisweilen bedeutet dies nicht nur harmonischeren Geschmack, sondern auch mehr Fülle. Zusätzlich ist es möglich, dass ein Winzerglühwein nebst den Gewürzen genügend Raum für den Rebsorten-Charakter lässt. Das überzeugt selbst Glühwein-Skeptiker.

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