Priorat – Das katalonische Wein-Paradies

 

Weinliebhaber wissen: Für einen außergewöhnlichen Tropfen braucht es mehr als hochwertige Reben und leidenschaftliche Liebe zum Winzer-Handwerk. Auch die Region, in der die Weintrauben heranreifen, schenkt dem fertigen Wein seinen ganz eigenen Charakter. Im Priorat, das gemeinsam mit Rioja die hochklassigen D.O.Ca-Regionen Spaniens darstellt, kommen perfektes Terrain, ein optimales Klima und eine lange Tradition zusammen. Dabei war die Region nicht immer so erfolgreich wie heute. Die Winzer des Landes brauchten viele Jahre, um das wahre Potenzial des Gebiets zu erkennen und zu nutzen. Heute jedoch kommen aus dem Priorat Weine, die international ihresgleichen suchen.

 

Das große Comeback einer Anbauregion

 

Im ländlichen Katalonien liegt mit dem Priorat eine sehr ursprüngliche Region, in der schon vor vielen Hundert Jahren Wein angebaut wurde. Seinen Namen erhielt das Anbaugebiet vom „Priorat de la Cartoixa d’Escaladei“, dem Vorstand eines alten Klosters. Erste glorreiche Tage erlebte das Priorat im Mittelalter, denn schon damals wussten spanische Winzer das große Potenzial der Landschaft inmitten der Serra de Montsant zu nutzen. Die Erfolgsgeschichte nahm jedoch ein jähes Ende – und die Bevölkerung des Priorat sah sich wirtschaftlichen Schwierigkeiten gegenüber, welche das Fortführen der Winzertradition unmöglich machten.

So dauerte es bis in das Jahr 1979, als René Barbier seine Liebe zum Priorat entdeckte und sich zu einem echten Pionier der spanischen Weinkultur aufschwang. Er brachte im Rahmen des Projekts „Clos Mogador“ die ersten hochklassigen Weine auf den Markt und das Priorat erhob sich im Nu zu einer internationalen Berühmtheit.

 

Traumhafte Landschaft und optimales Weinklima

 

Wer das Priorat schon einmal bereist hat, weiß viel über die beeindruckende Landschaft mit ihren Olivenhainen und Weinberg-Terrassen zu berichten. Dass sich der Weinbau hier aufgrund der Gebirgslandschaft als durchaus fordernd erweist, ist schon auf den ersten Blick zu erkennen. Mit viel Schweiß und körperlich harter Arbeit mussten die Winzer der Region Terrassen für ihre Reben anlegen, welche nun die Landschaft in einer Höhe von bis zu 1000 Metern über dem Meeresspiegel bevölkern. Wanderer und Winzer genießen hier oben malerische Ausblicke auf das Umland und den Siurana-Fluss, der später in den großen Ebro mündet.

Das heiße und trockene Klima mit gerade einmal 600 Millimetern Regen jährlich lässt die Trauben an den Hängen hervorragend gedeihen. Ihre aromatische Vielfalt verdanken sie jedoch nicht nur der sonnigen Hitze, sondern auch den Schieferböden. Diese sind dazu in der Lage, Wasser zu speichern und die Reben zu versorgen. Aufwändige Bewässerung bleibt den Winzern der Region daher weitestgehend erspart. Dies jedoch macht die Arbeit im Weinberg nicht viel weniger mühsam. Keine Maschine schafft es, den Ansprüchen der bergigen Landschaft gerecht zu werden. So steht im Priorat auch heute noch die Handarbeit an oberster Stelle. Weinliebhaber wissen daher, dass in jedem Wein aus dem Priorat noch echte Liebe und mühevolle Arbeit stecken.

 

Die Weine aus dem Priorat

 

Es sind besonders die Rotweine, die das Priorat in aller Welt bekannt machen. Nicht umsonst nehmen die roten Rebsorten etwa neunzig Prozent des gesamten Bestands der Region ein. Aus den facettenreichen Rebsorten

  • Garnacha Tinta
  • Garnacha Peluda
  • Cariñena
  • Merlot
  • Syrah
  • Pinot Noir
  • und Tempranillo (im Priorat auch als „Ull de Lebre“ bekannt)

 

entstehen sorgfältig komponierte Rotweine, welche die landschaftlichen Besonderheiten mit ihrem ganz eigenen Charakter verschmelzen lassen. Sie bestechen durch ihre fast schon schwarze Rotfärbung und ihr konzentriertes Aromenprofil, welches sowohl Noten roter Beerenfrüchte als auch die mineralischen Anklänge des Schieferbodens enthält. Typisch für einen Rotwein aus dem Priorat ist auch der vergleichsweise hohe Alkoholgehalt. Weine mit 13 bis 15 Volumenprozent sind in der spanischen Region keine Seltenheit. Rotweine reifen im Priorat einige Jahre auf der Flasche oder auch im Eichenfass, bevor sie Perfektion erreichen. Sie sind nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Erträge im Priorat so besonders. Die Region bringt pro Hektar maximal sechs Hektoliter hervor, da das warme Klima den Weintrauben viel Feuchtigkeit entzieht.

Zweifellos ist ein Rotwein aus dem Priorat ein Tropfen für die besonderen Momente des Lebens. Wer ihn nicht „solo“ genießen möchte, findet in der Kombination mit Wildgerichten vollmundige Harmonie.

 

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