Die 13 Weinbaugebiete in Deutschland: Pfalz – Weinregion der Extraklasse

 

Winzer, die ihre Reben in der hügelig-grünen Landschaft der Pfalz hegen und pflegen, nennen eine der wichtigsten Weinbauregionen Deutschlands ihr Zuhause. Zwischen Worms, der französischen Grenze, der Rheinebene und dem Pfälzerwald erstreckt sich das Gebiet, aus dem heute rund ein Drittel der in Deutschland gekauften Weinflaschen stammt. Mit der Deutschen Weinstraße und dem Bad Dürkheimer Weinfest spielt die Pfalz auch touristisch besondere Rollen. Grund genug, diese Region näher kennenzulernen.

 

Die Geschichte der Pfalz

 
Die Geschichte des Weinbaus in der Pfalz lässt sich bis in die Zeit der Kelten zurückverfolgen. Richtig Fahrt nahm die Kultivierung von Rebstöcken entlang der Hänge dann später während der Römerzeit auf. Nachdem die Römer bereits im siebten Jahrhundert die Region verlassen hatten, übernahmen Klöster und Mönche die Verantwortung. Unter ihren Fittichen entwickelte sich der Weinbau in der Pfalz schnell, sodass bereits im achten Jahrhundert zahlreiche kleinere Weingemeinden entstanden waren.

Bis zum 17. Jahrhundert konnten die Winzer der Pfalz ihrer Arbeit konzentriert und erfolgreich nachgehen. Der Dreißigjährige Krieg jedoch sorgte für große Schäden in den Weinbergen, Dörfern und Städten, sodass der Weinbau nahezu zum Erliegen kam. Hiervon erholte sich die Pfalz langsam, aber stetig, was durch die Reblaus und den Mehltau dann im 19. Jahrhundert wiederum stark behindert werden sollte. Zu dieser Zeit wurde schließlich auch die Obst- und Weinbauschule in Neustadt an der Weinstraße gegründet. Sie sollte eine bessere Basis für gesunden Anbau schaffen.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts stabilisierte sich das Geschehen, wobei sich schnell ein veränderter Fokus offenbarte. Bis in die Siebzigerjahre hinein strebten Winzer plötzlich nicht mehr nach Qualität, sondern konzentrierten sich auf die Produktion größerer Massen an Wein, was die Region schnell in eine weitere Krise stürzen sollte. In den Achtzigerjahren und den frühen Neunzigern dann sollte damit Schluss sein. Seitdem herrscht in der Pfalz ein klarer Qualitätsgedanke.

Heute ist die Pfalz das zweitgrößte Weinbaugebiet Deutschlands. Sie verfügt über 23.500 Hektar Anbaufläche, knapp 3.600 Weinbaubetriebe, über 100 Millionen Rebstöcke und bringt Jahr für Jahr rund 2,5 Millionen Hektoliter Wein hervor.

 

Rebsorten in der Pfalz

 
Rote und weiße Weine spielten in der Pfalz nicht immer ähnlich große Rollen. Früher wussten die Winzer vor allem helle Rebsorten zu schätzen, weswegen diese den Rebsortenspiegel deutlich dominierten. Heute hat sich das Verhältnis ein wenig angeglichen. Von allen Rebstöcken in den Weinbergen der Pfalz sind etwa sechzig Prozent weißer und vierzig Prozent roter Natur.

Unter den weißen Rebsorten ist der Riesling in der Pfalz die unangefochtene Nummer eins. Allgemein gilt die Pfalz als Gebiet mit der größten Rieslingfläche der Bundesrepublik. Weitere helle Sorten mit besonderer Bedeutung in der Region sind

  • Müller-Thurgau
  • Kerner
  • Silvaner
  • Weißburgunder
  • Grauburgunder
  • und Gewürztraminer.

 
Je nach Region sind außerdem auch Rebsorten wie Bacchus und Scheurebe zu finden.

Die roten Rebsorten der Pfalz werden vom Dornfelder angeführt. Ihm folgen der Portugieser und weitere Sorten wie

  • Spätburgunder
  • Regent
  • St. Laurent
  • Merlot
  • und Cabernet Sauvignon.

Dunkle Rebsorten finden heute auch in der Herstellung fruchtiger Winzersekte Verwendung.

 

Eine Region, zwei Gebiete

 
Die rund 85 Kilometer lange, sehr schmale Pfalz lässt sich in zwei Unterzonen teilen:

  • Mittelhaardt / Deutsche Weinstraße
  • und Südliche Weinstraße.

 

Das Gebiet Mittelhaardt / Deutsche Weinstraße liegt im Norden des Weinbaugebietes und umfasst das Zellertal, Bad Dürkheim sowie Grünstadt und reicht bis nach Neustadt an der Weinstraße. Die Böden in dieser Unterzone sind vergleichsweise leicht und verfügen über eine gute Drainage. An der Südlichen Weinstraße, die zwischen dem Elsass und Neustadt an der Weinstraße liegt, finden sich Löss- sowie Lehmböden mit etwas schwererer Charakteristik.

Klimatisch ist die Pfalz an nahezu jedem Ort vorteilhaft für den Weinbau. Gut geschützt durch das Haardt-Gebirge und die hügelige Beschaffenheit der Landschaft gedeihen Rebstöcke hier in einer der sonnigsten und mildesten Weinregionen der Bundesrepublik. Das hat zur Folge, dass sich die Weine der Pfalz gut entwickeln und mit Facettenreichtum, Tiefgang und Fülle überzeugen können. Für den Genießer spannend ist es sicherlich, sowohl fruchtige als auch trockene und halbtrockene Tropfen der Pfalz kennenzulernen, denn in der Region lassen sich dank unterschiedlicher Kleinklimata hier und da vollkommen neue Genusserlebnisse finden.

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