Schatztruhe

Warum Weine teurer sein können als Gold

Wein, das wissen Kenner und Genießer, ist mehr als ein Getränk. Die richtige Flasche im Keller und der passende Tropfen im Glas sind dazu in der Lage, gewöhnliche Anlässe in exklusive Erlebnisse zu verwandeln. Hin und wieder greifen Weinenthusiasten aufgrund dieses außergewöhnlichen Potenzials tief in die Tasche.

Wein als Geldanlage oder als luxuriöses Juwel zum Zelebrieren wichtiger Meilensteine kostet dann gerne mehr als Edelmetall. Doch wie kommt es zu solch stattlichen Preisen? Nun, das hat verschiedene Gründe. Die fünf wichtigsten lernen Genießer hier kennen.

1. Der Ruf des Winzers

Keine Frage: Manche Winzerfamilien blicken auf jahrzehntelang gewachsene Traditionen zurück. Wenn bereits die Urgroßeltern Spitzenwein kreierten und die eigene Familie über herausragende Lagen sowie außergewöhnliches Fingerspitzengefühl im Keller verfügt, bleibt dies der Weinwelt nicht verborgen. Manchem Haus eilt daher beinahe von Natur aus ein exklusiver Ruf voraus. Dies zeigt sich bisweilen auch in der Preisgestaltung. Dass Weine berühmter und begehrter Güter nicht selten schnell vergriffen sind und die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, rechtfertigt hohe Preise je Flasche.

2. Erträge im Weinberg

Je nach Rebsorte und Lage sind Rebstöcke dazu in der Lage, viele Trauben auszubilden. Die Früchte jedoch profitieren nicht unbedingt, wenn Masse der Leitstern ist. Im Gegenteil: Geringe Erträge bringen konzentriertere Farbe und dichteres Aroma in die Beeren.

Für den Winzer bedeutet dies, dass er im Zeichen der Qualität je Hektar Weinberg deutlich unter dem erzielbaren Ertrag bleibt. Dies geschieht entweder durch Beschnitt oder andere ertragsreduzierende Methoden. Darüber hinaus neigen sehr alte Rebstöcke dazu, im Laufe der Zeit geringere Erträge zu bieten. Auf kargem Boden und in trockenem Klima ist dieser Effekt oft noch ausgeprägter. Die bewusst niedrigen Erträge schlagen sich dann oft auch in den Preisen nieder.

Gestapelte Weinflaschen

3. Der Herstellungsprozess

Winzer haben heute eine Vielzahl von Möglichkeiten, ihre Weine nach der Lese auszubauen. Mit wilden Hefen, in Edelstahl, mit Hilfe hochklassiger Fässer aus französischer Eiche oder in Beton. Was ein Wein braucht, wie viel Zeit er im Keller benötigt, um sein volles Potenzial zu entfalten und wie viel Handarbeit hier einfließt, bestimmt auch den schlussendlichen Preis je Flasche.

Vor allem bei Winzern, die aufgrund einer rigorosen Qualitätsphilosophie auf exklusive Materialien, viel Zeit und ein hohes Maß an Handarbeit setzen, widmen ihrem Wein Stunden um Stunden. Diese Arbeitszeit, welche meist an ein ebenso aufwändiges Jahr im Weinberg anknüpft, wirkt sich auf den Preis eines Weines aus.

4. Die produzierte Menge

Masse statt Klasse. Dieser altbekannte Spruch gilt auch in der Weinwelt. Manche Weine sind so exklusiv, dass ihr Winzer nur wenige Hundert Flaschen auf den Markt bringt. Verbunden mit einem guten Ruf des Guts und einer entsprechend hohen Nachfrage können geringe Produktionsmengen für erhebliche Preissteigerungen sorgen. Meist nämlich ist es nicht so, dass Winzer die Menge bewusst begrenzen, sondern vielmehr deshalb eine so limitierte Zahl bieten, weil sie durch ertragsmindernde Arbeiten höchste Qualität anstreben.

Eingestaubte Weinflaschen

5. Die Jahrgangsqualität

Manche Weine sind zum Zeitpunkt ihrer Markteinführung günstiger als in den Jahren danach. Vor allem bei Jahrgängen, welche sich im Nachhinein als Jahrhundertereignisse erwiesen und entsprechend herausragende Weine hervorbrachten, wirkt sich dies auf den Status eines Weines aus und somit auch auf dessen Preis. Lange lagerfähige Tropfen, die nicht für den Alltagsgenuss, sondern vielmehr als edler Luxus für den Keller gedacht sind, gehören hierzu.

Fazit: Fünf Faktoren, doch keiner steht für sich

Dass es Weine gibt, für die Genießer besonders viel Geld zahlen, lässt sich unmöglich auf einen Aspekt allein zurückführen. Meist nämlich handelt es sich um eine Kombination unterschiedlicher Faktoren, die Nachfrage und Angebot beeinflussen. Geringe Erträge, niedrige Produktionsmengen, viel Handarbeit und ein dem Winzer vorauseilender Spitzenruf kommen nicht selten in einer Flasche zusammen. Es obliegt also weiterhin dem Käufer, die genauen Gründe ganz individuell auszudeuten.

Abgesehen hiervon ist ein hoher Preis keineswegs ein unumstößliches Indiz dafür, dass ein solcher Wein günstigeren Tropfen prinzipiell überlegen ist. Es gibt zahllose Weißweine, Rosés, Crémants und Rotweine, die für ein außergewöhnlich günstiges Preis-Genuss-Verhältnis in den Regalen stehen und mühelos mit den „Großen“ mithalten. Auch hier bleibt es also dabei: Wein ist weder reine Theorie noch kühle Kalkulation, sondern vielmehr ein weites Feld zum Ausprobieren, Entdecken und Sich-verzaubern-lassen. Ganz unabhängig vom Preis je Flasche.

Weinempfehlungen aus Frankreich

Produktbild zu Champagne Ruinart R de Ruinart von

Land: Frankreich
Anbauregion: Champagne
Geschmack: brut
Produktbild zu Domaine Faiveley Chambolle-Musigny 2019 von

Land: Frankreich
Anbauregion: Burgund
Geschmack: trocken
Produktbild zu Clos de l'Oratoire 2019 von

Land: Frankreich
Anbauregion: Bordeaux

Weinempfehlungen aus Italien

Produktbild zu Vietti Barolo Ravera 2017 von

Land: Italien
Anbauregion: Piemont
Geschmack: trocken
Produktbild zu Stefania Barbot FREN Taurasi 2017 von

Land: Italien
Anbauregion: Kampanien
Geschmack: trocken
Produktbild zu Tua Rita Redigaffi 2017 von

Land: Italien
Anbauregion: Toskana
Geschmack: trocken
Produktbild zu Le Pupille Saffredi 2019 von

Land: Italien
Anbauregion: Toskana

Weinempfehlungen aus Spanien

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Land: Spanien
Anbauregion: Castilla y Leon
Geschmack: trocken
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Land: Spanien
Anbauregion: Ribera del Duero
Geschmack: trocken
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