Das frostige Schlummern der Rebstöcke sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Winzer auch im zweiten Monat des Jahres einige Aufgaben erledigen müssen.

Das Weinjahr aus Sicht des Winzers: Februar

Beginnt der Februar, ist es im Weinberg meist noch kalt. Die Rebstöcke tragen weder Blätter noch bilden sich neue Triebe aus. Das frostige Schlummern der Gewächse jedoch sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Winzer auch im zweiten Monat des Jahres einige Aufgaben erledigen müssen.

Der Rebschnitt wird jetzt vollendet

Winzermonat Februar 2 | Silkes Weinblatt

Viele Winzer haben im Januar bereits mit dem Rebschnitt begonnen. Wer sich bisher noch nicht mit Zange und Schere in den Weinberg aufgemacht hat, holt das nun im Februar nach. Dass der Rebschnitt eine aufwändige und durchaus zeitraubende Tätigkeit sein kann, ist ein unumstößlicher Fakt. Daher befassen sich selbst Winzer, die schon im Januar mit dem Rebschnitt beschäftigt waren, oft noch im zweiten Monat des Jahres mit letzten Verbesserungen.

Gleichzeitig begutachtet der Winzer im Februar auch den Zustand der Drähte und Spaliere, die den Reben in den kommenden Monaten als stabile Wachstumshelfer dienen sollen. Es ist gut möglich, dass winterliche Temperaturen und widrige Witterung mancherorts für Beschädigungen gesorgt haben. Diese Schäden gilt es nun zu reparieren: Frische Drähte und Holzpfähle finden im zweiten Monat des Jahres ihren Weg in den Weinberg.

Am Schluss der Arbeit sind dann nicht nur die Rebstöcke vollständig beschnitten, sondern auch die Grundausstattung des Weinbergs selbst ist bereit für ein weiteres, spannendes Weinjahr.

Zurück in den Keller

weinkeller | Silkes Weinblatt

Der Februar ist jedoch nicht nur der richtige Monat, um den Weinberg auf die kommende Zeit vorzubereiten. Auch müssen Winzer sich nun mit den Weinen des vergangenen Jahrgangs beschäftigen und erste Verkostungen durchführen. Zeigen sich Jungweine bereits jetzt von einer ausgewogenen Seite, können sie schon in den kommenden Wochen abgefüllt werden. Ist das noch nicht der Fall, muss der Winzer tagtäglich neu verkosten und den Zeitpunkt der perfekten Struktur und des gewünschten Aromas abpassen.

Auch fallen jetzt im Februar weitere Entscheidungen, wenn es um den zusätzlichen Ausbau eines Weins geht. Kommen vor allem leichte und fruchtige Tropfen möglichst schnell in die Flasche und kurz darauf in den Handel, muss manch anderer Tropfen noch im Fass auf seinen großen Moment warten.

Im Weinkeller geht es im Februar also vor allem um den Genuss. Bei der Begutachtung seiner Weine denkt der Winzer nun auch an mögliche Verschnitte, bei denen sich einzelne Tropfen gegenseitig ergänzen. Gerade bei der Komposition von Cuvées ist großes Geschick gefragt.

Der Winzer nimmt diese wichtige Aufgabe daher meist nicht alleine in Angriff, sondern pflegt einen regen Austausch mit Kellermeistern, befreundeten Winzern und Familienmitgliedern. Nicht selten laden Weingüter im Februar dann auch Verbraucher und Geschäftspartner in ihre Keller ein, um ihnen einen ersten Vorgeschmack auf den Jahrgang zu bieten. Im Rahmen solcher Veranstaltungen wird dann auch klar, welches Potenzial der Wein des vergangenen Jahres in sich birgt und was der Kunde von ihm erwarten kann. Der Februar ist daher auch ein bedeutender Marketing-Monat. Schon alleine aus diesem Grund ist es gut, wenn sich die Arbeit im Weinberg jetzt auf ein Mindestmaß reduziert.

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