Obwohl die Region Mittelrhein zu den kleinsten Weinanbaugebieten in Deutschland gehört, bringen ihre Winzer jedes Jahr große und ausgezeichnete Weine hervor.

Die 13 Weinbaugebiete in Deutschland: Mittelrhein

Warm ums Herz wird es Naturfreunden und Wanderern, wenn sie das Rheintal erkunden. Burgen an den Steilhängen und malerische Ortschaften finden sich hier. Die Region Mittelrhein als Weinbaugebiet komplettiert das Angebot. Und obschon sie zu den kleinsten ihrer Art in der Bundesrepublik gehört, bringen ihre Winzer jährlich Großes hervor.

Mittelrhein: ein Ausflug in die Geschichte

Mittelrhein Weinbau

Wie in vielen anderen Weinbaugebieten Deutschlands waren es auch am Mittelrhein die Römer, die mit der Kultivierung von Rebstöcken begannen. Viele Jahre sollte es jedoch dauern, bis sich der Wein aus der Region einen Namen machen konnte. Im frühen Mittelalter wurde rund um Städte wie Kestert, Remagen und Rheinbrohl bereits Wein angebaut. Damals jedoch bevorzugten die Winzer noch ufernahe Flachlagen, da sich diese leichter bewirtschaften ließen.

Zwischen dem elften und dem 14. Jahrhundert dann breitete sich der Weingenuss gen Süden aus. Winzer entdeckten die Steillagen links und recht des Rheins für sich und nahmen die beschwerliche Arbeit motiviert in Kauf. Dank der klimatischen Bedingungen konnte immer besserer Wein geboten werden. Einfacher aber wurde die Arbeit nicht – weswegen sich die Rebfläche in den vergangenen 100 Jahren drastisch verkleinerte. Heute verfügt die Region Mittelrhein über rund 467 Hektar Rebfläche in zwei Bereichen mit elf Großlagen und ganzen 111 Einzellagen wie Bopparder Hamm, Bacharacher Posten und Oberweseler Ölsberg.

Ein geografischer Überblick

Auf rund 110 Kilometern erstreckt sich die Region Mittelrhein von Bingen bis nach Bonn. Links des Flusses wird am oberen Mittelrhein gearbeitet, während am unteren Teil ein Wechsel zur rechten Uferseite stattfindet. Hier liegt auch das Obere Mittelrheintal als Bestandteil des UNESCO Weltkulturerbes mit starker Anziehungskraft auf Touristen.

Der Weinbau am Mittelrhein profitiert von gemäßigtem Klima mit einer reichen Anzahl an Sonnentagen bei gerade ausreichendem Regen. Hier wird es weder zu heiß noch zu kühl. Während der Saison sorgen der Fluss und die Böden entlang der Steillagen für eine Speicherung der Sonnenwärme und halten die Reben auch während kühlerer Nächte konstant warm.

Wer sich in die Bodenschichten vorwagt, in welche die Rebstöcke am Mittelrhein ihre Wurzeln schlagen, findet Schiefer, Vulkangestein, Löss, Lehm und auch Kiesel. Die Vielfalt des Untergrunds ist ein Glück – denn so kann eine kleine Region für besondere Vielfalt sorgen.

Weinbau am Mittelrhein: Rebsorten und Arbeit

Weinberg am Mittelrhein

Am Mittelrhein dominiert der Weißwein. 67,2 Prozent der gesamten Rebfläche sind mit Riesling bestockt. Die helle Rebe schätzt die Schieferböden und das Klima, weswegen sie hier besonders gut gedeiht und die Grundlage für finessenreiche Weißweine sowie Sekt liefert. Wer weitere Weißweine sucht, wird mit Müller-Thurgau und Weiß- sowie Grauburgunder sicher fündig.

Rotweine aus dem Mittelrheintal sind trotz der Dominanz heller Sorten keine Seltenheit. Vor allem Spätburgunder und Dornfelder, aber auch ein wenig Blauer Portugieser und Regent wachsen an den steilen Hängen.

Weinbau ist am Mittelrhein weiterhin eine Angelegenheit für fleißige und traditionsbewusste Hände. Ein Großteil der Winzer bleibt den ursprünglichen Strukturen der Familienweingüter treu. Viele von ihnen begrüßen Gäste gerne in angeschlossenen gastronomischen Betrieben und verwöhnen sie mit regionaler Kost sowie eigenem Wein.

Anstrengend ist die Bewirtschaftung der Weinberge bis heute geblieben. Auf terrassierten Steillagen kommen Winzer schnell ins Schwitzen. Unter dem geduldigen Blick der Loreley ernten Sie gerade einmal sechzig Hektoliter Wein pro Hektar und Jahr. Dass sich die Mühe lohnt, beweisen die Tropfen des Mittelrheins immer wieder neu. Kein Wunder, dass Weine der Region bei Kennern so beliebt sind.

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