In der Weinregion Ahr gedeihen vor allem Rotweinreben. Mit nur 561 Hektar Rebfläche ist dieses Anbaugebiet zwar klein, jedoch keineswegs unbedeutend.

Die 13 Weinbaugebiete in Deutschland: Ahr

Gut geschützt von den Hügeln der Eifel und des Ahrgebirges gedeihen in der deutschen Weinregion Ahr vor allem Rotweinreben. Mit nur 561 Hektar Rebfläche ist dieses Anbaugebiet zwar klein, jedoch keineswegs unbedeutend. Geht es um hochwertige Rotweine, erobern Winzer hier Jahr für Jahr zahllose Genießer-Herzen. Mit der Ahr als Lebensspender in ihrer Mitte und imposanten Felshängen besticht die Region zudem auch in optischer Hinsicht.
 

Geschichte: Erfolg mit Rückschlägen

Wagen mit Weinfass im Weinberg

Die Geschichte des Weinbaus soll im Ahrtal bis in die Römerzeit zurückreichen. Die ersten Belege stammen jedoch erst aus späterer Zeit um das neunte Jahrhundert. Damals genossen Winzer in der Region noch kein besonderes Ansehen: Erst das Ende des Dreißigjährigen Krieges im 17. Jahrhundert markierte den Beginn des wirtschaftlichen Rotweinanbaus rund um die Ahr. Zur damaligen Zeit fehlte den Winzern jedoch noch die notwendige Expertise, weswegen sie eher dünne, unbedeutende Tropfen kreierten.

Dass sich die Qualität allmählich besserte, sollten die Ahrwinzer jedoch kaum genießen können. Mit dem Einzug französischer Truppen im 18. Jahrhundert sorgten Weine aus dem Nachbarland für große Konkurrenz, sodass die Nachfrage nach Ahrweinen sank. Ab dem Wiener Kongress sollte sich das jedoch ändern, denn plötzlich galten hohe Schutzzölle für französischen Wein. So erlebte der Ahrwein eine kleine Renaissance, die jedoch nur bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts anhalten sollte. Belgien als Absatzmarkt ging verloren, es kam zu Missernten und in den Kellern lagen zahllose Flaschen unverkäuflicher Weine.

Die Winzer der Region wollten diese Entwicklung nicht hinnehmen und gründeten im Jahr 1868 erstmals Winzergenossenschaften. In den folgenden dreißig Jahren vollzog sich eine deutliche Besserung der Situation, weitere Genossenschaften entstanden und mit der Landes-Lehr- und Versuchsanstalt für Weinbau, Gartenbau und Landwirtschaft in Ahrweiler erhielt die Region ein aufmerksamkeitserregendes Aushängeschild. Auch heute noch gibt es viele Winzergenossenschaften rund um die Ahr, die sich gemeinschaftlich für den Genuss einsetzen.

Heute: ein Paradies für Rotwein-Liebhaber

 
Die wechselhaften Zeiten sind an der Ahr längst vorüber. Inzwischen offenbart das Anbaugebiet sein Potenzial, das sich vorrangig in rotem Wein zeigt. Winzer in der Region bleiben der Tradition treu und bewirtschaften ihre Weinberge zumeist noch in mühevoller Handarbeit. Steile Hänge und Felsen machen eine maschinelle Bearbeitung an vielen Orten unmöglich.

Und nicht nur der Wein lockt Touristen in die Region: Der Rotweinwanderweg zwischen Altenahr und Bad Bodendorf gehört zu den wohl malerischsten Routen der Bundesrepublik und zieht zahlreiche Naturfreunde an. Entlang des Weges bietet sich Reisenden immer wieder Gelegenheit, die Weine des Ahrtales zu entdecken und sich mit regionalen Spezialitäten verwöhnen zu lassen.
 

Rebsorten und Weine

Brücke im Ahrtal Weinanbau

Klima und Böden sorgen im Weinbaugebiet Ahr für nahezu optimale Voraussetzungen. Milde Temperaturen sorgen in Steillagen für mediterranes Klima, in dem sich Rotweinreben besonders wohl fühlen. Die Wärme, die sich während der Sommermonate im Ahrtal sammelt, wird vom vulkanischen Gestein gespeichert und langsam abgegeben. Löss, Stein, Schiefer und tiefgründige Beschaffenheit zeichnen die Böden der Region aus. Hier finden Rebstöcke ausreichend Nährstoffe, um charaktervolles und gesundes Lesegut zu entwickeln.

2016 wurden insgesamt 36.000 Liter Qualitätswein in der Region geprüft. Auch hier zeigt sich die Vorliebe der Ahrwinzer für rote Tropfen, denn mit rund 23.000 Hektolitern überflügelte Rotwein seine weißen (6.000 Hektoliter) und roséfarbenen (7.000 Hektoliter) Mitstreiter bei Weitem. Insgesamt wurden 2016 43.728 Hektoliter Qualitätswein, 1.745 Hektoliter Prädikatswein, und 4.279 Hektoliter Landwein erzeugt.

Die unangefochtene Nummer eins unter den roten Rebsorten des Ahrtals ist der Spätburgunder. Rund 61,3 Prozent der Rebfläche sind mit ihm bestockt.

Ebenfalls bedeutende Rollen spielen rote Rebsorten wie

  • Blauer Portugieser
  • Frühburgunder
  • Regent
  • Dornfelder

Nach weißen Rebsorten muss der Genießer in der Region ein wenig suchen, wird mancherorts jedoch auf nennenswerte Flächen treffen, die mit Riesling bestockt sind. Nur wenige Hektar sind mit Müller-Thurgau und Weißburgunder versehen.

Sonnenuntergang im Ahrtal

Geschmacklich überzeugt Spätburgunder aus der Ahr-Region mit einem eher dezenten Gerbstoffgehalt und samtiger Fruchtigkeit. Je nach Reifegrad treten Weine dieser Rebsorte durchaus rassig auf und bringen stabile Säure sowie ein delikates Waldfruchtaroma mit. Andere Rotweine wie Portugieser erscheinen angenehm leicht und eignen sich gut für gesellige Runden. Weißwein, der zumeist aus dem unteren Ahrtal stammt, sollten Genießer ebenfalls nicht versäumen. Erfrischend-temperamentvoller Riesling und Müller-Thurgau mit angenehmer Würze beweisen, dass die Rotwein-Region durchaus auch Talent für helle Tropfen hat.

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