Ànima Negra: Wenn aus Freundschaft Weinkunst wird


 
Die Baleareninsel Mallorca ist den meisten Menschen vorrangig als Urlaubsziel bekannt. In den ruhigeren Regionen der Insel scheint die Natur unberührt und auch abseits der Mandelblüte findet sich eine vielfältige und malerische Aussicht. Dass Mallorca darüber hinaus großartige Weine zu bieten hat, erschließt sich oft erst auf den zweiten Blick. Nicht selten an einer solchen „Erleuchtung“ beteiligt sind die Tropfen von Ànima Negra.
 

Die Geschichte des Weinguts

 
Miquel Angel Cerda und Pere Ignasi Obrador kennen sich nicht erst seit der Gründung von Ànima Negra im Jahre 1994. Bereits ihre Kindheit verbrachten die gebürtigen Mallorquiner gemeinsam in der Stadt Felanitx, weit entfernt vom Trubel der Partymeilen. Nach der Schule arbeitete Pere in der Molkerei seiner Eltern, Miquel nahm ein Ingenieursstudium auf und zog dafür nach Madrid.

Die Hauptstadt Spaniens aber konnte ihn nicht dauerhaft glücklich machen, sodass er – vom Heimweh getrieben – wieder nach Hause zurückkehrte. Als sich in der Molkerei von Peres Familie einige Dinge änderten, fassten die beiden Schulfreunde den Entschluss, ihren Traum in die Tat umzusetzen: Schon lange wollten sie ein eigenes Weingut gründen und starteten 1994 mit der Vinifikation ihrer ersten Tropfen in alten Milchtanks.

Spannend ist, dass dieser durchaus improvisierte Einstieg in das Leben als Winzer von überraschendem Erfolg gekrönt war. Die Leidenschaft für den Wein und insbesondere für autochtone Rebsorten gestattete es Miquel und Pere, bereits drei Jahre nach der Gründung in der internationalen Weinpresse lobend erwähnt zu werden. Heimischen Rebsorten wie Callet wollte das Duo von Beginn an so viel abverlangen, wie es sich zuvor noch niemand getraut hatte.

Ànima Negra hat sich seit den ersten Erfolgen bis heute kontinuierlich weiterentwickelt. Das Portfolio des Hauses bleibt angenehm überschaubar und beweist dennoch Vielseitigkeit. Alte Milchtanks werden inzwischen natürlich nicht mehr genutzt. Zwischenzeitlich hatten Pere und Miquel sich mit neuen Edelstahl-Tanks versucht, diese dann aber recht zügig wieder abgestoßen und auf gemauerte Tanks umgestellt. Hierdurch soll die Temperaturkontrolle energieschonender gelingen und der Wein in aller Ruhe unbeeinflusst entstehen können.
 

Rebsorten und Pflege

 
Bei Ànima Negra spielt die Pflege der Weinberge und der darauf wachsenden Rebstöcke eine entscheidende Rolle. Selbst verfügt das Weingut „nur“ über rund 33 Hektar Anbaufläche. Landwirte aus der Region verkaufen aber zusätzlich ihr Lesegut jährlich an Ànima Negra. Somit verarbeitet das Weingut Trauben, die auf einer Fläche von etwa 150 Hektar gewachsen sind.

Die natürliche Bewirtschaftung der Weinberge hat bei Ànima Negra Priorität. Rebstöcke dürfen hier in idyllischer Gemeinschaft mit Steinfruchtbäumen und Sträuchern gedeihen. Heimische Rebsorten sollen sich auf möglichst unverfälschtem Boden und in einer individuell geprägten Umgebung entwickeln können. Diese Reben sind zwar nicht so ertragreich wie manch andere Variation, harmonieren jedoch gut mit Mallorcas Böden sowie Klima und helfen den einheimischen Winzern dabei, ihren ganz eigenen Stil zu entwickeln. Angebaut werden heute die Sorten

  • – Callet
  • – Manto Negro
  • – Fogoneu
  • – und Premsal Blanc.

 
Vor der Weinbereitung, wenn sich das Lesegut in den Weinbergen reif und aromatisch zeigt, werden bei Ànima Negra keine Maschinen gestartet: Auch die Lese erfolgt in natürlicher Ruhe von Hand. Trauben gelangen in kleinen Körben oder Kisten zum Gut, wo sie anschließend auf schonende Weise verarbeitet werden.
 

Die Weine von Ànima Negra

 
Auf wilde Spielereien verzichten Miquel Angel Cerda und Pere Ignasi Obrador auch bei der Benennung ihrer Tropfen. Mit „Ànima Negra“, kurz „ÀN“ präsentiert das mallorquinische Duo einen starken Rotwein aus Callet und Manto Negro, der mit dunkler Beere, Würznuancen und harmonisch eingebundenem Gerbstoff überzeugt.

Der „ÀN/2“ als Nachfolger des Erstlings kommt in Form einer Cuvée aus Callet, Manto Negro und Fogoneu daher und soll das ursprüngliche Mallorca verkörpern. Dichte Fruchtigkeit und saftige Anklänge verleihen diesem vollmundigen Wein seinen ganz besonderen Charakter. Inzwischen wurde das Sortiment auch durch einen Weißwein namens „Quibia“ ergänzt, der als heller Mallorquiner beweist, dass nicht nur die roten Tropfen Aufmerksamkeit verdient haben.

Die Wein-Palette von Ànima Negra entwickelt sich stetig weiter. Auch die einzelnen Weine unterliegen dabei immer wieder Veränderungen, denn Miquel und Pere streben einen höchstmöglichen Anteil autochtoner Reben im einzelnen Tropfen an. Bei „Ànima Negra“ haben sie dieses Ziel inzwischen nahezu erreicht. Genießer dürfen gespannt darauf warten, welche Kreationen das Duo aus Felanitx in den kommenden Jahren noch präsentieren wird.
 

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