Weinberg in Franken hinter Bäumen | Silkes Weinkeller

Die 13 Weinanbaugebiete in Deutschland: Franken

Das Weinbaugebiet Franken hat bereits viel erlebt. Die zwischenzeitlich größte Anbauregion Deutschlands besetzt flächenmäßig aktuell nur einen Platz im Mittelfeld. Auch als Weinfranken oder Fränkisches Weinland bezeichnet steht die Region heute nach einer wechselvollen Geschichte für Qualität und Mut zum Wandel.


Weinbaugebiet Franken: Die Geschichte des Anbaugebiets


Schon im achten Jahrhundert soll es in Franken Weinbau am Main gegeben haben. Die erste Zeit gilt als wenig erwähnenswert, denn der Wein diente kaum dem Genuss. Erst im 15. Jahrhundert rückte mit dem Kitzinger Weingesetz die Qualität in den Fokus: Ab diesem Zeitpunkt war Schluss mit Panscherei und fragwürdigen Methoden.


Während sich Frankens Rebfläche im Mittelalter stark ausdehnte und damals knapp 40.000 Hektar unter Reben standen, änderten sich die Umstände ab dem 19. Jahrhundert: Damals verursachten Reblaus, Krieg, Säkularisation und klimatische Verschlechterungen erhebliche Einbußen. In den Jahrzehnten zwischen 1820 und 1960 verlor Franken daher stark an Boden. Schließlich blieben nur noch knapp 2.000 Hektar Rebfläche übrig.


In den 1960er Jahren setzten sich die Winzer Frankens jedoch neue Ziele. Sie gründeten Genossenschaften und bereinigten die Weinberge. Der Erfolg stellte sich schnell ein. So klein das damalige Weißweingebiet auch war: In puncto Qualität konnte kaum eine Region Franken übertreffen. Dies sorgte auch außerhalb des Weinbaugebiets für Aufsehen, sodass in den siebziger Jahren explosive Anstiege der Nachfrage und damit auch der Preise zu verzeichnen waren.


Infolge dieser Erfolge konnte sich das Weinbaugebiet Franken wieder vergrößern. Doch nicht überall gelang es den Winzern, die herausragende Qualität zu erhalten, worunter der Ruf der Region zeitweise sogar etwas litt. Heute jedoch steht der alte Qualitätsgedanke wieder im Zentrum und der Blick der Weinregion richtet sich nach vorn.


Markenzeichen: Der Bocksbeutel

Ein Bocksbeutel, die prägnante Weinflasche für fränkischen Wein


Der Bocksbeutel ist eng verbunden mit dem Frankenwein. Diese bauchige Flasche dürfen Winzer seit 1989 nur in Franken sowie zwei Unterregionen Badens nutzen. Rund ein Drittel der Frankenweine gelangt bei der Abfüllung in Bocksbeutel.


Woher der Name „Bocksbeutel“ stammt, ist bis heute unklar. Sowohl der Hoden eines Ziegenbocks als auch Feldflaschen und ähnlich klingende Begriffe wie „Bauch-Buddel“ stehen zur Debatte.


Weinbaugebiet Franken: Geografie, Klima und Böden

Stadt an einem Fluß im Weinbaugebiet Franken | Silkes Weinkeller


Die Weinbauregion Franken erstreckt sich über die Regierungsbezirke Unter-, Ober- und Mittelfranken. Sie verläuft zu einem Großteil in der Nähe des Flusses Main und profitiert vom Klima der Flusstäler. Die rund 6.253 Hektar Rebfläche unterteilen sich seit 2017 auf die drei Oberregionen Mainviereck, Maindreieck und Steigerwald. Ihnen gehören insgesamt zwölf Bereiche an:

  • Alzenauer Weinregion
  • Churfranken
  • Mainschleife (Himmelreich)
  • Frankens Saalestück
  • Mittelmain
  • Main Süden
  • Mainschleife (Volkach)
  • Maintal Abt-Degen-Steig
  • Weinpanorama Steigerwald
  • Schwanberger Land
  • Weinparadies
  • Mittelfränkische Bocksbeutelstraße


Klimatisch gesehen gilt das Weinbaugebiet Franken als Herausforderung. Es liegt unterhalb des fünfzigsten Breitengrades außerhalb jener Weinbauzone, die für die Nordhalbkugel gilt. Aus diesem Grund kann es besonders am Rand der Anbaugrenze zu Spätfrösten kommen. Winzer in Franken gehen mit diesem Umstand jedoch seit Jahrzehnten sehr geschickt und innovativ um. Sie kennen effektive Maßnahmen, die dem Spätfrost trotzen, und beheizen ihre Weinberge mithilfe innovativer Methoden. Auch die heißen und trockenen Sommer Frankens handhaben sie mit Bravour, sodass der Frankenwein weiterhin als qualitatives Glanzlicht gelten darf.


Unter der Erdoberfläche Frankens finden sich die Reste des Triasmeeres Mainfranken. Hier dominieren die Gesteinsarten Muschelkalk, Keuper und Buntsandstein. Der Mineralstoffgehalt des Frankenweins ist dank dieser reichhaltigen Böden hoch und wird sogar bei der qualitativen Prüfung der Tropfen berücksichtigt.


Der Wein in Franken: Rebsorten und Charakter

Stadt eingebettet zwischen Wald und Weinbergen im Weinbaugebiet Franken | Silkes Weinkeller


Mit dem Silvaner verfügte das Weinbaugebiet Franken lange Zeit über ein Aushängeschild, das den Rebsortenspiegel anführte. Dies allerdings hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt und der Silvaner rangiert nun nur noch auf Platz zwei. Überholt wurde er mittlerweile von Müller-Thurgau, einer weiteren Weißweinrebe, die sich bei herausfordernden Klimabedingungen als ertragsstärker erwies. Nebst dieser beiden Weißweinreben sind in Franken nennenswerte Flächen mit

  • Bacchus,
  • Riesling,
  • Kerner und
  • Weißem Burgunder

bestockt.

Galt Franken in der Vergangenheit vor allem als Weißweinregion, holen die roten Tropfen mittlerweile zunehmend auf. Inzwischen stehen etwa 19 Prozent der Rebfläche unter Rotweinreben, allen voran

  • Domina,
  • Spätburgunder,
  • Dornfelder und
  • Regent.

Rotwein produzieren Winzer vor allem im Westen der Zone Mainviereck, allmählich aber entdecken auch weitere Gebiete die dunklen Reben für sich. Dies geht vor allem mit der Erwärmung des Klimas einher.

Wein aus Franken: Solo und als Speisebegleiter ein Genuss

Mit Weißwein gefülltes Weinglas aus Franken, Römer genannt | Silkes Weinkeller


In Franken spielt der Wein traditionell eine wichtige Rolle als regelmäßiger Begleiter zu Mahlzeiten. Dies unterscheidet die Region von anderen Anbaugebieten Deutschlands, die Wein als weniger alltäglich wahrnehmen. Mineralstoffe sind beim Frankenwein besonders wichtig. Sie ergänzen die trockenen sowie fruchtigen Profile und stellen eine wichtige Grundlage dar. Als klassische Charaktereigenschaften des Frankenweins gelten eine gewisse Leichtigkeit und gute Kombinationsmöglichkeiten mit verschiedenen Gerichten. Ob Hausmannskost oder Luxus-Menü: Ein Wein aus Franken kommt dank seiner unkomplizierten und genügsamen Art fast immer richtig.


Der Fränkische Weinbauverband nimmt zudem eine Strukturierung vor, die Weine den Kategorien

  • Neues Franken,
  • Klassisches Franken und
  • Großes Franken

zuteilt. Die Tatsache, dass Franken seine eigene Qualitätspyramide pflegt, spricht für die große Leidenschaft der regionalen Winzer.


„Neues Franken“ steht für leichte und fruchtige Weine, die oft in weißen Bocksbeuteln auf den Tisch gelangen. „Klassisches Franken“ beschreibt Weine aus grünen Bocksbeuteln, die als Begleitung zum Essen empfohlen und mit Medaillen ausgezeichnet werden. Bei Weinen der Kategorie „Großes Franken“ handelt es sich um rare Tropfen von besonderer Qualität. Aus dieser Kategorie wählt der Weinbauverband außerdem jene, die sich für die begehrte Auszeichnung „Best of Gold“ qualifizieren und die Riege regionaler Weine anführen.


Unabhängig von Qualitätsstufen überzeugt Wein aus Franken heute in vielerlei Hinsicht. Als Rotwein oder Weißwein, Essensbegleiter oder Solist: Was aus dem sechstgrößten Anbaugebiet der Bundesrepublik stammt, ist oft eine genussvolle Bereicherung.

Weine aus Franken

Produktbild zu Horst Sauer Escherndorfer Lump Scheurebe Spätlese 2019 von Weingut Horst Sauer

Weingut Horst Sauer

Land: Deutschland
Anbauregion: Franken
Rebsorte: Scheurebe
Geschmack: fruchtig, rund, harmonisch
Produktbild zu Horst Sauer Escherndorfer Silvaner trocken 2019 von Weingut Horst Sauer

Weingut Horst Sauer

Land: Deutschland
Anbauregion: Franken
Rebsorte: Silvaner
Geschmack: trocken
Produktbild zu Horst Sauer Escherndorfer Fürstenberg Blauer Silvaner S trocken 2019 von Weingut Horst Sauer

Weingut Horst Sauer

Land: Deutschland
Anbauregion: Franken
Rebsorte: Blauer Silvaner
Geschmack: fruchtig, frisch, mineralisch
Produktbild zu (0,5 L) Horst Sauer Escherndorfer Lump Riesling Beerenauslese 2017 von Weingut Horst Sauer

Weingut Horst Sauer

Land: Deutschland
Anbauregion: Franken
Rebsorte: Riesling
Geschmack: edelsüß
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