Das spanische Weingut der Familie Sangenis überzeugt Genießer und Kenner mit Weiß- und Rotweinen, die wegen ihrer niedrigen Auflage heiß begehrt sind.

Celler Cal Pla – Das Priorat in einem Gut vereint

Der urige Ort Porrera liegt ganz im Südwesten der spanischen Weinregion Priorat inmitten der grünen Hügellandschaft. Wer Porrera besuchen will, nimmt lange Wege über kurvige Mittelgebirgspässe auf sich und wird am Schluss belohnt. Denn hier bietet sich nicht nur ein herrlicher Ausblick auf das Umland, sondern auch die Gelegenheit, das Weingut Celler Cal Pla kennenzulernen.

Die Geschichte der Familie Sangenis

Der Kopf des heutigen Weingutes, Joan Sangenis, ist nicht der erste Sangenis, der sich ganz dem Weinbau verschrieben hat. Die Reise zurück zu den Anfängen der familiären Tradition führt über acht Generationen bis in das Jahr 1814. Hier begann die Familie mit der Weinerzeugung und begnügte sich über Jahrzehnte hinweg mit anonymer Glückseligkeit. Die Sangenis-Weine wurden bis zum Jahr 1996 ausschließlich in loser Schüttung an die Einwohner ihres kleinen Heimatdorfs verkauft.

Doch Joan hatte große Visionen und konnte auf seine Eltern, Jaume und Mercé, vertrauen. Schon 1988 kauften beide den potenzialreichen Weinberg „Mas d’En Compte“, was zu einer starken Vergrößerung des Familienbetriebes führte. Ein einst verlassenes Haus in Porrera nahmen Jaume und Mercé Sangenis damals ebenfalls unter ihre Fittiche und renovierten es. Die Weinberge und Reben, die schon damals der Familie gehörten, pflegten Joan Sangenis Eltern mit Bedacht und konnten so einige alte Bestände sichern, die noch bis heute großartige Trauben liefern.

All das jedoch beobachtete Joan Sangenis zunächst aus der Ferne, denn er widmete sich ganz seinem Studium der Önologie. Mit dem Abschluss in der Hand kehrte er schließlich im Jahr 1996 zu seinen Eltern nach Porrera zurück und läutete die Geburtsstunde von Celler Cal Pla ein.

Weinberg im Herbst

Celler Cal Pla und der Wein

Dass die Familie Sangenis mit ihrem großen Vertrauen in die Heimat Recht behalten sollte, beweisen nicht nur die Weine der Vergangenheit, sondern auch die Ernennung des Priorat zur sogenannten Denominación de Origen Calificada. Hierbei handelt es sich um die höchste aller möglichen Qualitätsstufen, die spanische Weinregionen tragen können. Außer dem Priorat ist es bislang nur Rioja gelungen, die Voraussetzungen für die Zulassung zur D.O.Ca. zu erfüllen.

In Porrera selbst gedeihen die Reben der Familie in einer Höhe von rund 200 bis 500 Metern oberhalb des Meeresspiegels. Hier sorgen nicht nur niedrige Regenmengen, sondern auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht für ein Mikroklima, welches das Lesegut zu einer charaktervollen und hochwertigen Grundlage für rote und weiße Weine macht. Niedrige Erträge sind ein weiteres Geheimnis, das Celler Cal Pla für sich zu nutzen weiß. Insbesondere die alten Rebstöcke des Hauses erbringen auf ganz natürliche Weise weniger und zeitgleich hochwertigeres Lesegut.

Auf den rund zwanzig Hektar Land, die von Joan, Jaume und Mercé bewirtschaftet werden, herrscht respektvoller Einklang mit der Natur. Biologischer Weinbau hält das natürliche Gleichgewicht des Ökosystems Weinberg in Balance und rote Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Samsó, Garnacha und Cariñena erhalten beste Reifungsvoraussetzungen. Gleiches gilt auch für die hellen Reben, die Cal Pla ebenfalls nicht vermissen lässt. Hier spielen Sorten wie Xarel.lo, Garnacha Blanca, Picapoll und Macabeu eine wichtige Rolle.

Bei Celler Cal Pla gelangt das Lesegut per Handlese von den Rebstöcken in kleine Kisten und wird unverzüglich in die Räume des Weinguts gebracht. Für Weißweine sieht das Gut eine kurze Phase der Mazeration vor der Pressung und Fermentation des Mostes in Stahltanks vor, während Rotweine ebenfalls in Stahltanks vergoren werden – wobei Most und Lesegut einen ganzen Monat lang in Kontakt bleiben. Nach der Gärung gelangen Weißweine des Hauses in neue Fässer aus französischer Eiche und Rotweine reifen entweder in Betontanks oder ebenfalls auf Eichenfässern.

Der Stolz von Joan Sangenis

Bei Celler Cal Pla lässt sich kein einzelner Wein herausstellen, der die Familie Sangenis mit ganz besonderem Stolz erfüllt. Jeder Tropfen wird von der Traube bis zur Abfüllung in Flaschen individuell behandelt und erhält so einen ganz eigenen Charakter. Dass aufgrund der niedrigen Erträge nur wenige Flaschen pro Jahrgang auf den Markt gelangen, macht die Weine des Hauses zu begehrten Raritäten.

Exzellente Beispiele für das große Können der Familie sind Rotweine wie „Mas d’en Compte Porrera“ oder auch „Porrera Tinto“. Setzt der erste auf Garnacha von über einhundertjährigen Reben in Kombination mit Cariñena und Cabernet Sauvignon, präsentiert der zweite Garnacha, Samsó und Cabernet Sauvignon in perfekter Harmonie. Würzige Noten, dunkle Beeren und eine feine Mineralität machen die intensiv gefärbten Rotweine des Hauses zu beliebten Speisebegleitern, wenn würziges Fleisch oder Tapas serviert werden.

Dass sich Celler Cal Pla jedoch auch im Hinblick auf Weißweine nicht verstecken muss, beweist der „Mas d’en Compte Blanc“ aus Garnacha Blanca, Picapoll, Xarel.lo und Macabeu. Seine goldene Farbe und das mineralische Bouquet mit Anklängen von Melone und süßer Würze werden am Gaumen von eleganter Cremigkeit und Finessenreichtum ergänzt. Als Weißwein aus dem Priorat heute noch immer eine Seltenheit, zeigt dieser Tropfen, dass Genießer auch den hellen Kreationen des spanischen Anbaugebietes durchaus Aufmerksamkeit schenken sollten.

Weine von Celler Cal Pla

Produktbild zu Cal Pla Mas den Compte Porrera 2015 von Bodegas Cal Pla / Joan Sangenis

Bodegas Cal Pla / Joan Sangenis

Land: Spanien
Anbauregion: Priorat
Rebsorte: Garnacha, Carinena und Cabernet Sauvignon
Geschmack: trocken
29,90 €
39.87€/l
Produktbild zu Cal Pla Mas den Compte Planots 2015 von Bodegas Cal Pla / Joan Sangenis

Bodegas Cal Pla / Joan Sangenis

Land: Spanien
Anbauregion: Priorat
Rebsorte: Garnacha, Carignan
Geschmack: trocken
59,90 €
79.87€/l
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