Zu Besuch auf dem Weingut Manz

Silke's Team
Besuch auf dem Weingut Manz

Samstag, 03. September 2016

 
Samstagmorgen, 08:10 Uhr. Nicht unbedingt die Lieblingszeit für den einen oder anderen Kollegen von Silkes Weinkeller. Dennoch haben sich schon einige in der Gold-Zack-Str. 9 eingefunden. Dass die Firma noch einmal kurz aufgeschlossen wird und damit der Zugang zu Koffein frei ist, kommt nicht wenigen entgegen.
 
Da sitzen wir nun. Weinbegeisterte Kaffeetrinker mit Blick auf die Straße. Um 8:30 Uhr geht es los – wir werden gemeinsam in Richtung Weinolsheim fahren und dort das Weingut Manz besuchen.
 
Punkt 8:30 Uhr fährt der Bus auf den Hof und Aufbruchsstimmung macht sich breit. Die Klimatisierung ist perfekt, für musikalische Untermalung ist gesorgt und ausreichend Sitzplätze sind auch vorhanden. Es kann also losgehen.
 

Handwerk, Leidenschaft und Faszination Wein

 
Eric ManzEtwa dreieinhalb Stunden später erreichen wir das 850-Seelen-Dorf Weinolsheim inmitten von Rheinhessen. Schnell wird klar: Wenn Bacchus sich das Paradies ausgemalt hat, hat er es sich sicher genauso vorgestellt. Hier dreht sich alles um Wein – und das spürt man.
 
Als Eric Manz uns am Bus in Empfang nimmt und ein paar erste Worte zum Weingut verliert, ist klar: Das Weingut Manz – und somit Eric Manz selbst – steht für Handwerk, Leidenschaft, Faszination.
 
Schon vergangene Generationen der Familie Manz hatten mit Wein zu tun. Der Unternehmenszweck aber war das Abfüllen von Weinen, weniger das Selbstproduzieren. Eric Manz‘ Großvater schaffte dafür eine Abfüllanlage, die in den Spitzenzeiten mehrere Millionen Wein aus den Fässern in die Flaschen beförderte. Die in den 70er Jahren angeschaffte Etikettiermaschine leistet auch heute noch treue Dienste.
 

Vom kleinen Rebland zu 25 Hektar Weinbergen

 
Vor 22 Jahren dann übernahm Eric den Betrieb und entschloss sich dazu, zukünftig nur noch den eigenen Wein durch die Abfüllschläuche fließen zu lassen. Aus einigen, vergleichsweise wenigen Hektar Rebland, wurden bis zum heutigen Tage über 25 Hektar Weinberge. Angetrieben vom eigenen Qualitätsanspruch, dem Willen sich fortlaufend weiter zu entwickeln und von den anderen abzusetzen, macht er aus dem Abfüllbetrieb ein erfolgreiches wie bekanntes Weingut. So war das Weingut eines der ersten in Rheinhessen, das mit Kühlung bei der Gärung arbeitet. Syrah in Rheinhessen? Der Manz probiert es.
 

Herausforderungen: Timing, Temperatur, Equipment und Schädlinge

 
Besuch bei Eric ManzVoller Stolz und in einer kurzweiligen Ausführlichkeit führt uns Eric Manz durch seine Hallen und Keller und erklärt uns, wie wichtig die verschiedenen Barrique-Fässer für seine Weine sind: von nahezu jedem renommierten Hersteller habe er schon Fässer getestet und teilweise auch wieder verworfen. Er erzählt, wie nach der Lese die Maische angesetzt wird, wie entscheidend manchmal wenige Grad Celsius oder wenige Stunden sein können und wie wichtig für ihn die Qualität der Trauben sei. Denn wenn man am Anfang alles richtig mache und die richtigen Entscheidungen treffe, dann gebe es am Ende kein böses Erwachen.
 
Die Kirschessig-Fliege, die den Weinbauern hierzulande und in dieser Zeit Angst bereitet, ist auch für Manz ein Thema. Täglich muss er sich seine Trauben ganz genau anschauen, nach dem kleinen braunen Punkt an der Frucht suchen und im Zweifel spontan entscheiden, dass JETZT gelesen werden muss. Wird diese Entscheidung zu spät gefällt, ist dann nämlich nur noch Essig zu holen.
 

Manz‘ Weine: Wir sind beeindruckt!

 
Mittagessen beim Besuch auf dem Weingut ManzBei einem deftigen Mittagessen nach Hessischer Art kommen wir in den Genuss von 14 (!) verschiedener Weinsorten, die das Weingut unter anderem produziert und hervorbringt. Wir starten mit dem Sekt Rosé Brut, lernen die verschiedenen Hänge mit acht frischen wie kräftigen Weißweinen kennen und runden mit vier tollen Rotweinen ab.
 
Natürlich lässt sich Eric Manz nicht nehmen, uns, als Spanien-geprägte Mannschaft, mit seinem Cuvée „M“ trocken RÉSERVE einen dunklen und kräftigen Rotwein zu präsentieren, den man so in Deutschland nicht vermuten würde. Dazu erzählt er, dass diese Cuvée eigentlich ein Missverständnis und so nicht geplant gewesen sei. Diese Geschichte zeigt, wie das Weingut Manz mit einer solchen Situation umgeht: War so nicht geplant, aber dennoch wird Kraft und Leidenschaft in das Produkt gesteckt und ist heute einer der Lieblingsweine des Winzers.
 
Die Verkostungszettel der Kollegen sind voll mit Noten, +++, ****, „trés bien“, „very good“ und wir sind alle beeindruckt. Erst recht, als wir erfahren, dass der gesamte Betrieb von zehn Menschen betrieben wird – sechs davon Familienmitglieder. Zwischen Lese, Kontrolle und Proben findet Eric Manz dann auch noch die Zeit, in Deutschland umher zu reisen und seine Weine zu präsentieren.
 

Weinproduktion: echte Handwerkskunst

 
manz_06Nachdem wir die Hallen gesehen und viele Weine probiert haben, geht es für uns in die Weinhänge. Mit zwei Traktor-Gespannen fahren wir rauf in die Reben wo uns der Winzer noch einmal erklärt, wie wichtig und entscheidend das Wetter, die Lage und die Sonneneinstrahlung sind. Spätestens dann ist jedem klar, dass es beim Weinmachen um echte Handwerkskunst geht und um unzählige Erfahrungen, die man im Laufe der Zeit macht.
 
Bei einem Glas Riesling Spätlese trocken lassen wir den Nachmittag in einer kleinen Weinhütte mitten in den Reben ausklingen, genießen das Panorama, die Sonne und natürlich den Wein. Und auch wenn Eric Manz genügend gute Flaschen im Keller haben dürfte, haben wir ihm als Dank für den tollen und beeindruckenden Tag und vor allem auch für seine Zeit, eine Flasche aus unserem Weinkeller mitgebracht: aus Silkes Eigenprojekt den Terroir X de Llicorella 1897 El Segundo 2014.
 
An dieser Stelle nochmal: Vielen Dank, Familie Manz, es war ein außergewöhnlicher Tag für uns!

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