{"id":9037,"date":"2018-09-21T16:48:00","date_gmt":"2018-09-21T14:48:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.silkes-weinkeller.de\/weinblatt-magazin\/?p=9037"},"modified":"2021-02-10T13:52:19","modified_gmt":"2021-02-10T12:52:19","slug":"integrierter-weinbau-das-steckt-dahinter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.silkes-weinkeller.de\/weinblatt-magazin\/integrierter-weinbau-das-steckt-dahinter\/","title":{"rendered":"Integrierter Weinbau \u2013 das steckt dahinter"},"content":{"rendered":"\n<p>Nahezu jede Entscheidung, die der Mensch trifft, wirkt sich auf seine Umwelt und ihr Gleichgewicht aus. Auch der Weinbau bildet hier keine Ausnahme. Konventionelle Methoden werden dem \u00d6kosystem Weinberg oft nicht gerecht. Das wissen auch <a class=\"rank-math-link\" href=\"https:\/\/www.silkes-weinkeller.de\/weinblatt-magazin\/?s=Winzer\">Winzer<\/a>, die sich dem sogenannten Integrierten Weinbau widmen. Er bildet zwar nicht die Spitze der \u00d6kologie-Pyramide, geht jedoch Schritte in eine umweltfreundliche Richtung. Was aber unterscheidet den Integrierten Weinbau von der konventionellen Alternative?<\/p>\n\n\n\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_81 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-grey ez-toc-container-direction\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhaltsverzeichnis<\/p>\n<label for=\"ez-toc-cssicon-toggle-item-69eabafacebfe\" class=\"ez-toc-cssicon-toggle-label\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/label><input type=\"checkbox\"  id=\"ez-toc-cssicon-toggle-item-69eabafacebfe\"  aria-label=\"Toggle\" \/><nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/www.silkes-weinkeller.de\/weinblatt-magazin\/integrierter-weinbau-das-steckt-dahinter\/#Respekt_vor_der_Umwelt_und_dem_natuerlichen_Gleichgewicht\" >Respekt vor der Umwelt und dem nat\u00fcrlichen Gleichgewicht<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-2'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/www.silkes-weinkeller.de\/weinblatt-magazin\/integrierter-weinbau-das-steckt-dahinter\/#Wie_im_Integrierten_Weinbau_gearbeitet_wird\" >Wie im Integrierten Weinbau gearbeitet wird<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Respekt_vor_der_Umwelt_und_dem_natuerlichen_Gleichgewicht\"><\/span>Respekt vor der Umwelt und dem nat\u00fcrlichen Gleichgewicht<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.silkes-weinkeller.de\/weinblatt-magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Integrierter-Weinbau_2.jpg\" alt=\"\" width=\"775\" height=\"484\" title=\"\"><\/figure>\n\n\n\n<p>In den Achtzigerjahren nahm der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln auch in der Bundesrepublik Deutschland zu. Wissenschaftler, die sich mit der Thematik befassten, fanden bald heraus, dass diese Pflanzenschutzmittel Rebst\u00f6cke zwar vor <a class=\"rank-math-link\" href=\"https:\/\/www.silkes-weinkeller.de\/weinblatt-magazin\/die-grosse-reblausplage-und-ihre-auswirkungen\/\">Sch\u00e4dlingen<\/a> und Krankheiten bewahren, zeitgleich aber unerw\u00fcnschte Nebenwirkungen im Hinblick auf das \u00d6kosystem haben. Im Rahmen gro\u00dfangelegter Untersuchungen wurden zahlreiche Chemikalien auf ihren Nutzen und dessen Verh\u00e4ltnis zu potenzieller Umweltsch\u00e4digung untersucht. Keine gro\u00dfe \u00dcberraschung: Weinbau unter Einbeziehung zahlreicher Chemikalien ist nicht gut f\u00fcr die Umwelt und hat infolgedessen auch negative Auswirkungen auf das Leben des Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier wiederum setzt der Integrierte Weinbau an. Mit \u201eintegriert\u201c ist hier die Tatsache gemeint, dass der Winzer die Themen Pflanzenschutz und Rebpflege in das \u00d6kosystem Weinberg integriert und auf nat\u00fcrliche Gegebenheiten achtet. Der weitestgehende Verzicht auf chemische Mittel, wie sie der integrierte Pflanzenschutz vorschreibt, bildet dabei eine wichtige Grundlage. Der Verzicht ist dabei nicht so streng geregelt wie beispielsweise im \u00f6kologischen Weinbau, weswegen der behutsame und ma\u00dfvolle Einsatz in besonderen F\u00e4llen gestattet ist. Ein besonderer Fall liegt beispielsweise dann vor, wenn der Verlust der Jahresernte droht. Auch im Integrierten Weinbau gelten die Regelungen der EU-Weinmarktverordnung, des Weingesetzes, des Pflanzenschutzgesetzes und der Internationalen Organisation f\u00fcr Rebe und Wein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der integrierte Pflanzenschutz als Basis f\u00fcr den Integrierten Weinbau ist ein sehr komplexes und vielschichtiges Thema. Winzer m\u00fcssen sich intensiv mit biotechnischen, biologischen sowie pflanzenz\u00fcchterischen Aspekten auskennen und auch im Anbau und bei der Pflege von Reben auf dieses Wissen zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Der Ma\u00dfnahmenkatalog, den der Winzer w\u00e4hrend nur eines Jahres im Integrierten Weinbau nutzen kann, ist von daher riesig. Das Ziel aller Bestrebungen ist dabei, sowohl Qualit\u00e4t als auch Ertr\u00e4ge zu sichern und das \u00d6kosystem so weit wie m\u00f6glich zu schonen. Daher ist nicht jeder Sch\u00e4dlings- oder Krankheitsbefall im Integrierten Weinbau gleich ein Anlass f\u00fcr die Verwendung chemischer Mittel. Auch kann es durch bestimmte Ma\u00dfnahmen m\u00f6glich gemacht werden, die Sch\u00e4dlingspopulation unter der Schadensschwelle zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Integrierten Weinbau gibt es nicht nur im deutschsprachigen Raum. In englischsprachigen Regionen wird diese Form des Weinbaus \u201esustainable agriculture\u201c genannt, w\u00e4hrend sie im franz\u00f6sischen Raum \u201elutte raisonn\u00e9e\u201c hei\u00dft.<br>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Wie_im_Integrierten_Weinbau_gearbeitet_wird\"><\/span>Wie im Integrierten Weinbau gearbeitet wird<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.silkes-weinkeller.de\/weinblatt-magazin\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Integrierter-Weinbau_1.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><\/figure>\n\n\n\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, ist der Winzer w\u00e4hrend des Weinjahres im Integrierten Weinbau darauf bedacht, seine Reben unter Ber\u00fccksichtigung besonderer Schutzma\u00dfnahmen zu pflegen, ohne dabei auf umweltsch\u00e4dliche Aspekte zu setzen. Hierbei orientiert er sich am Pflanzenschutzgesetz, das eine Kombination verschiedener Verfahren aus dem<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 anbautechnischen,<br>\u2022 kulturtechnischen,<br>\u2022 biologischen,<br>\u2022 biotechnischem<br>\u2022 und pflanzenz\u00fcchterischen<\/p>\n\n\n\n<p>Bereich als angemessen beschreibt. Somit beginnt Integrierter Weinbau f\u00fcr den Winzer nicht erst dann, wenn sein Weinberg bestockt ist, sondern schon mit der Standortwahl und der Auswahl seiner Rebsorten. Selbstverst\u00e4ndlich eignen sich widerstandsf\u00e4hige Rebsorten besser f\u00fcr die Verwendung im Integrierten Weinbau als besonders sensible Varianten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Weinjahr im <a class=\"rank-math-link\" href=\"https:\/\/www.silkes-weinkeller.de\/Glossar\/Integrierter-Weinbau\/\">Integrierten Weinbau<\/a> unterscheidet sich in Bezug auf die anstehenden Aufgaben nicht von der konventionellen Wirtschaft. Lediglich die Art der Ma\u00dfnahmen differiert. So m\u00fcssen Winzer auch hier den Boden bearbeiten, wobei auf m\u00f6glichst schonende Methoden zur\u00fcckgegriffen wird. Die B\u00f6den werden auch im Integrierten Weinbau gemulcht und behutsam gepflegt. Durchaus denkbar ist au\u00dferdem die Ansiedlung von N\u00fctzlingen im Weinberg, die Sch\u00e4dlingen auf nat\u00fcrliche Art und Weise entgegenwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Da einem Winzer im Integrierten Weinbau zun\u00e4chst keine Ma\u00dfnahmen zur Verf\u00fcgung stehen, die schnelle Besserung im drohenden Ernstfall bieten, muss er das \u00d6kosystem Weinberg genau beobachten und dabei sowohl das Klima als auch aktuelle Wetterverh\u00e4ltnisse, die Lebenszyklen von Sch\u00e4dlingen und sogar deren Aktivit\u00e4tsphasen ber\u00fccksichtigen. Ein solides \u00d6kosystem zu erschaffen, das sich gegen die meisten \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcsse eigenst\u00e4ndig wehren kann, ist das Ziel aller Ma\u00dfnahmen. Daher kommen im Integrierten Weinbau durchaus auch zus\u00e4tzliche Hilfsmittel wie biologische St\u00e4rkungspr\u00e4parate f\u00fcr Rebst\u00f6cke, Netze, biologische Schreckstoffe oder auch Pheromon-Fallen zum Einsatz. Und falls nichts mehr hilft und der Ernstfall unabwendbar scheint, kann der Winzer auf Chemikalien zur\u00fcckgreifen. Dann jedoch ausschlie\u00dflich unter gr\u00f6\u00dfter Vorsicht und niemals in verschwenderischem Ma\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nahezu jede Entscheidung, die der Mensch trifft, wirkt sich auf seine Umwelt und ihr Gleichgewicht aus. Auch der Weinbau bildet hier keine Ausnahme. Konventionelle Methoden werden dem \u00d6kosystem Weinberg oft nicht gerecht. Das wissen auch Winzer, die sich dem sogenannten Integrierten Weinbau widmen. Er bildet zwar nicht die Spitze der \u00d6kologie-Pyramide, geht jedoch Schritte in eine umweltfreundliche Richtung. 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