Weingeschichten: Genuss aus der Tiefe – Heidsieck & Co vom Grunde des Meeres

Schiffswrack und Taucher zeigen die Tiefe des Meeres.

 

Am dritten November 1916 befand sich der schwedische Schoner „Jönköping“ auf seinem Weg über die Ostsee in Richtung Russland. An Bord hatte der Frachter wertvolle Waren geladen: Champagner, Spirituosen und auch Weine unterschiedlichster Art waren damals per Schiff auf dem Weg zu ihrem Besteller, Zar Nikolaus II. Über ihn wird erzählt, er habe eine besondere Schwäche für Heidsieck Monopole Champagner gehabt, weswegen der Hof etwa 400.000 Flaschen pro Jahr geordert haben soll.

 

Wie der Champagner auf den Meeresgrund gelangte

 

Kein Wunder also, dass auch die „Jönköping“ Heidsieck & Co Monopole Champagner „Diamant Bleu“ in ihren Frachträumen lagerte. Ein deutsches U-Boot allerdings brachte den schwedischen Schoner nahe einer finnischen Blockade zum Sinken. So verschwand das Schiff im November 1916 mitsamt seiner wertvollen Fracht in den Wellen.

 

Die Entdeckung: Spitzenqualität dank bester Lagerungsbedingungen

 

82 Jahre lang in vollkommener Ruhe und bei konstanten Temperaturen um vier Grad lagerte der Heidsieck & Co Monopole „Diamant Bleu“ 64 Meter tief unter dem Meer. Die vierzig Kisten mit knapp 2.400 Flaschen sollten jedoch nicht für immer verschollen bleiben: 1998 nämlich kam es zur Entdeckung der gesunkenen „Jönköping“. Schnell war klar, dass dieses Schiff eine Fracht bewahrt hatte, deren Bergung sich lohnen würde.

Glücklicherweise gelang es tatsächlich, die wertvollen Flaschen unbeschadet vom Meeresgrund an die Erdoberfläche zu holen. Nun stand er da: Ein Champagner aus dem Jahrgang 1907 – zum Zeitpunkt seiner Bergung folglich älter als neunzig Jahre –, auf den die internationale Weinwelt zu brennen begann.

Nach der Verkostung durch erfahrene Kenner war klar: Die Lagerungsbedingungen, denen der Heidsieck & Co Monopole „Diamant Bleu“ 82 Jahre lang ausgesetzt war, hätten nicht vorteilhafter sein können. Der vergleichsweise süße Schaumwein wurde durchgehend als herausragend bewertet und erzeugte entsprechendes Verlangen. Über Auktionen gelangten die Flaschen nach ihrer Entdeckung in die Hände von Sammlern und Liebhabern – selbstverständlich zu Spitzenpreisen.

 

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