Entdecken Sie die edelsüße Weinschöpfung Nectar de los Angelos. Erzeugt von Silke und dem begnadeten Önologen Salus Alvarez aus der spanischen Region Priorat

Nectar de los Angeles – Premierejahrgang einer Weinschöpfung

Im Jahr 2009 starteten mein Mann und ich gemeinsam mit dem begnadeten Önologen Salus Alvarez aus dem spanischen Anbaugebiet Priorat ein ganz besonderes Projekt. Bei diesem Projekt war die Zielsetzung einen edelsüßen Wein auf höchstem Niveau zu erzeugen, der zwar den Charakter eines großen Portweins haben sollte, aber trotzdem ein eigenständiger Wein aus der Region Priorat sein sollte.

Es gibt im Priorat bereits eine Tradition für die Erzeugung von edelsüßen Weinen. Diese Weine werden Rancio genannt. Der Grundwein für den Rancio wird meist zur Erzielung eines ausreichend hohen Alkoholgehalts und einer hohen Aromenkonzentration, ähnlich wie beim Portwein, aufgespritet und reift dann in Holzfässern. Um dieses Aufspriten zu vermeiden, haben wir uns einen anderen Weg überlegt, den ich Ihnen nachfolgend beschreiben möchte.

Der Nectar de los Angeles wird aus überwiegend alten Garnacha und Cariñena Trauben erzeugt. Die besten Trauben wurden extrem spät geerntet, das heißt zu einem Zeitpunkt, als sie begannen zu rosinieren. Dabei wurde genauestens darauf geachtet, dass die verwendeten Trauben noch nicht von angehender Fäulnis befallen waren. Anschließend wurden die Trauben, ähnlich wie bei der Erzeugung eines Amarone, noch sorgfältig unter guter Belüftung getrocknet. Aufgrund des Wasserentzugs verloren die Trauben natürlich einen großen Teil ihres Gewichtes, bekamen aber gleichzeitig eine höchste Konzentration an Zucker und Extraktstoffen. Durch den hohen Zuckergehalt erzielten die speziell für den Wein eingesetzten Hefen einen Alkoholgehalt von 15,5 %, bevor sie abstarben. Dabei blieb aber noch viel Zucker im Most, so dass eine weitere Gärung im Fass den Alkoholgehalt auf sogar 17% erhöhte.

Des Weiteren entschieden wir uns für eine Art „Solera-Verfahren“. Bei diesem Verfahren werden mehrere Jahrgänge miteinander vermählt. In unserem Fall waren es die Jahrgänge 2009, 2011 und 2015. Der erste Wein aus dem Jahrgang 2009 reifte zunächst separat in einem 500 Liter-Fass aus französischer Eiche. Der Jahrgang 2011 wurde ebenfalls erst einmal separat in einem 500 Liter-Fass ausgebaut, bevor diese beiden Jahrgänge miteinander vermählt wurden. Der Jahrgang 2015 wurde, um der Gesamtkomposition Frische einzuhauchen, nach einem kurzen separaten Barriqueausbau mit den anderen beiden Jahrgängen vereint. Zwischenzeitlich wurde ein Teil der vermählten Weine in Barriques aus französischer Eiche mit 60 Litern und 225 Litern Inhalt umgefüllt, um die Tanninstruktur und die Aromenvielfalt noch zu verbessern. Der Grundwein aus dem Jahr 2009 wurde also insgesamt sieben Jahre im Holzfass ausgebaut, der Wein aus dem Jahrgang 2011 insgesamt fünf Jahre und der junge Wein aus dem Jahrgang 2015 insgesamt rund sechs Monate. Die exakten Einzelausbauzeiten bis zu den Vermählungen der einzelnen Jahrgänge möchten wir nicht preisgeben, da es ein langer Weg mit vielen Zwischenverkostungen war, um ein wirklich perfektes Ergebnis hinzubekommen.

Wie Tempranillo schmeckt | Silkes Weinblatt

Für das gesamte Projekt wurden beste Holzfässer bzw. Barriques aus erster und zweiter Belegung angeschafft.
Schließlich wird nur ein Teil des erzeugten Weines voraussichtlich im Mai in Flaschen abgefüllt und der Rest in den Fässern zur weiteren Reife belassen, um diesen als Basiswein für den nächsten Jahrgang zu erhalten. Es steht vom Premierejahrgang nur eine Gesamtmenge von weniger als 600 Litern zur Verfügung. Der Wein wird ab Mitte 2016 über Silkes Weinkeller als Einzelflaschen oder in der 12er Original Holzkiste ausgeliefert.

Verkostungsnotiz (Fassmuster vom 07.04.2016):
„Der Nectar de los Angeles, erzeugt aus den Jahrgängen 2009, 2011 und 2015 präsentiert sich in einem dunklen Rubinrot mit fast schwarzrotem Kern. Er hat einen tiefgründigen Duft von Waldbeeren, geschmolzener Schokolade und zarten Anklängen einer Gewürzkiste. Am Gaumen zeigt er seinen mächtigen Körper, ohne dabei zu alkoholisch zu wirken. Die großartige Fruchtkonzentration von vollreifen Waldbeeren und Herzkirschen wird begleitet von Anklängen von Trockenobst, Kaffeebohnen, dunkler Karamell und Rosinen. Süße-, Tannine- und Säurestruktur sind perfekt aufeinander abgestimmt, was eines der wichtigsten Merkmale für einen erstklassigen Süßwein ist.

Auch im sehr langen Finale präsentiert sich dieser majestätische Fruchtkoloss als ein unglaublich geschmackvoller edelsüßer Rotwein. Genießen Sie ihn als Solist zum Abschluss eines feinen Menüs, als Begleiter zu fruchtigen oder Schokoladendesserts, natürlich aber auch zu Käseplatten und als Geheimtipp zu Speisen mit grünem Pfeffer. Der Nectar de los Angeles hat heute schon eine ausgezeichnete Trinkreife, wird sich aber in der Flasche noch elegant weiterentwickeln und ist ohne Zweifel bis mindestens 2030 zu genießen.“

Ich bin sehr stolz auf das Ergebnis dieses besonderen Weinprojektes. Deshalb haben wir auch einen besonderen Namen für diesen Wein ausgewählt. Nectar de los Angeles heißt auf Deutsch „Nektar des Engelchen“. Diesen Namen haben wir dann auf dem Etikett ein wenig amüsant umgesetzt.

Sollten Sie sich entscheiden den Nectar einmal zu kosten, freue ich mich auf Ihre Erfahrungen und Rückmeldungen!

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