Die Rebsorte hat nicht nur in Italien besonderen Status. Weinkenner in der ganzen Welt schätzen die Traube, die auch unter anderen Namen bekannt ist.

Trebbiano di Soave – Der König Luganas

Frühmorgens, wenn in Lugana noch alles schläft, glänzt auf den hellgrünen Blättern des Trebbiano di Soave der Tau. In den sonnenbeschienenen Weinbergen südlich des Gardasees genießt diese Rebsorte besonderen Status. Keine andere schaffte es in den vergangenen Jahrhunderten, die Herzen der Winzer und Genießer auf gleiche Weise zu erobern. Dabei fällt es zunächst schwer, den Ursprung des Trebbiano di Soave zu finden, denn in der klassischen Trebbiano-Familie fühlt er sich nicht heimisch.

Die Rebsorte – Ein Ausflug in die Geschichte

Trebbiano di Soave: Verdicchio

Die Reise zu den Anfängen des Trebbiano di Soave führt Genießer weit in die Vergangenheit. Im Veneto des 15. Jahrhunderts fand eine Rebsorte namens Verdicchio zum ersten Mal Erwähnung – damals ahnte noch niemand, dass sie einst das Rätsel um den Trebbiano di Soave lüften würde. Doch in der Tat ist es der Verdicchio Bianco, der viele der offenen Fragen rund um die liebste Rebsorte Luganas beantworten kann. Wie Forscher in DNA-Analysen herausfanden, sind beide Rebsorten vollkommen identisch. Spricht der Weinkenner also vom Verdicchio Bianco, so meint er auch den Trebbiano di Soave – in Lugana selbst auch als Trebbiano di Lugana bekannt.

Wie weitere Nachforschungen ergaben, liegt die Vermutung nahe, dass der Trebbiano di Soave in Norditalien heimisch und somit eine autochthone Rebsorte ist. Über Jahrhunderte hinweg hegten und pflegten die Winzer der kleinen Region ihren Favoriten und legten dabei den Grundstein für eine besondere Weinkultur. Der „Lugana“, den namhafte Weingüter wie Cesari, Zeni und Monte del Fra in ihren Hallen produzieren, ist das Ergebnis jahrelanger Trebbiano di Soave-Tradition. Genießer in aller Welt schätzen die weißen und frischen Weine, die diese Rebe heute hervorbringt.

Dass der Trebbiano di Soave geliebt wird, beweist auch die Geduld und Nachsicht der Winzer mit ihm. Wenngleich die Rebsorte anfällig für Traubenfäule und Botrytis-Pilze ist, bleibt sie dennoch das größte Gut Luganas. Heute dient der Trebbiano di Soave einer Jahresproduktion von rund 95.000 Litern Lugana-Wein jährlich. Auch als Grundlage für Schaumwein hat sich die Rebsorte bewährt. In der Appellation, die seit 1967 D.O.C. Status genießt, ist der Trebbiano di Soave Dreh- und Angelpunkt. Kein Wunder, dass in jedem echten Lugana-Wein mindestens neunzig Prozent Trebbiano di Soave vorhanden sein müssen.

Charakter und Geschmack des Trebbiano di Soave

Samtig behaarte Triebspitzen kündigen jedes Jahr eine weitere Generation hochwertigen Lugana-Weines an. Nach Monaten des Wachstums und der Reifung glänzen an den Rebstöcken in der Region mittelgroße, hellgrüne Trauben mit rundlicher bis walzenförmiger Optik. Ist der Rebbiano di Soave reif für die Lese, hat so manch andere Rebsorte diesen Schritt längst vollbracht. Mit seiner Reife, rund einen Monat nach dem Gutedel, gilt Trebbiano di Soave daher zu den spätreifenden Sorten.

lugana | Silkes Weinblatt

Luganas Winzer lassen schon bei der Lese ihrer Trebbiano-Trauben größte Sorgfalt walten. Nur Trauben, die den hohen Ansprüchen der hiesigen Häuser gerecht werden, dürfen im späteren Wein eine Rolle spielen. Dann entsteht ein erfrischender und nicht zu schwerer Weißwein mit trockenem Charakter. Sein D.O.C-Siegel ist Hinweis darauf, dass sich Geduld und Mühe im Weinberg ausgezahlt haben.

Meist ist der Lugana aus Trebbiano di Soave ein reinsortiger Weißwein. Dass sich jedoch auch Chardonnay an der Seite der Rebsorte harmonisch einfügt, beweist Cesari mit seinem „Lugana Cento Filari“. Der rote Faden, der den Genießer beim Genuss eines Lugana anleitet, findet schon in der Optik seinen Anfang. So ist ein Lugana hellgelb bis golden und glänzt lebhaft im Glas. Klassische Noten dieses Weines sind sowohl floraler als auch fruchtiger Natur. Je nach Jahrgang und Ausbau zeigt ein Trebbiano di Soave sowohl Zitrusfrucht als auch Steinfrucht, überzeugt durch hefige sowie fein mineralische Anklänge und hält Süße und Säure harmonisch in Balance.

Trebbiano di Soave zum Essen genießen

Meeresfruechte Salat | Silkes Weinblatt

Die Auswahl des Menüs, das von einem Lugana aus Trebbiano di Soave begleitet werden soll, fällt angesichts seines unkomplizierten und frischen Charakters leicht. Sogar als Aperitif vor dem Essen macht ein solcher Wein Lust auf Genuss und beschwert den Magen nicht.

In der Rolle des Vorspeisen-Begleiters harmoniert der Trebbiano di Soave-Wein gut mit Knoblauchsuppe, Meeresfrüchte-Salat und würzigen Antipasti. Auch ein grüner Salat mit Oliven und Balsamico wird dem Wein aus Lugana gerecht. Kommt es zur Hauptspeise, darf es zum Trebbiano di Soave gerne Fisch sein. Forelle, Hecht und Lachs sind angenehm zurückhaltend und schenken dem Wein Freiraum. Dazu passt ein leckeres Risotto, verfeinert mit Weißwein.

Nach der Mahlzeit, wenn ein gelungener Abschluss die Gäste zufriedenstellen soll, kommen zum Trebbiano di Soave zwei Optionen in Frage. Eine Käseplatte mit norditalienischen Sorten wie Grana Padano, Provolone Valpadana und Montasio setzt dem fruchtig-leichten Wein angenehme Würze entgegen – als Bindeglied eignet sich hier Feigensenf. Soll der Weißwein jedoch zu einem süßen Dessert gereicht werden, ist Panna cotta mit frischen Beeren und etwas Karamell ein Glanzmoment.

Privatsphäre verwalten
Mehr Beiträge
Spannend ist, dass der Crémant nicht alleine aus geschmacklichen Gründen vom Champagner abgegrenzt wird, sondern vielmehr aufgrund rechtlicher Entscheidungen.
Crémant: zu Unrecht im Schatten des Champagner