Der Boden als Teil des Terroirs ist der am einfachsten herauszuschmeckende Faktor, wenn es um das Aroma eines Weines geht. Welche Unterschiede gibt es?

Das Terroir und der Einfluss des Bodens auf das Aroma des Weines

Sehr oft fällt im Zusammenhang mit der Verkostung eines guten Weines der Satz: „Der Wein hat ein tolles Terroir.“ Aber woher kommt eigentlich dieser Begriff und was bedeutet er genau?
 
Der Begriff Terroir wurde ursprünglich in Frankreich geprägt und ist gemeinsam mit dem System der Appellationen (Herkunftsbezeichnungen) das Fundament für die Weinphilosophie des Landes. Abgeleitet ist der Begriff von dem lateinischen Wort „terra“, welches „Erde“ bedeutet.

Terroir ist mehr als nur Boden

Terroir beinhaltet aber nicht nur den Boden, auf dem eine Rebe wächst, sondern alle natürlichen Merkmale, die die Biologie des Rebstockes und damit den Geschmack und die Eigenschaften der Trauben beeinflussen. Zu diesen Faktoren gehören das Klima (Temperaturen, Niederschläge und Winde) mit seinen jahreszeitlich bedingten Unterschieden, die Sonneneinstrahlung, die Geländeform, die Geologie – also die physikalische und chemische Zusammensetzung des Bodens – und die Bodenfeuchtigkeit.
 
Aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren ergibt sich die eigenständige Persönlichkeit eines Weines und damit sein Charakter, der ihn von anderen Weinen unterscheidet. Je mehr eine Rebsorte an den Boden und die klimatischen Bedingungen angepasst ist, umso deutlicher schmeckt man den typischen Charakter eines Weines heraus.
 
Obwohl Terroir nicht nur Boden bedeutet, ist es von all den Einflüssen am einfachsten, den Einfluss des Bodens aus den Weinaromen herauszuschmecken – denn die Bodenart beeinflusst auf eine sehr raffinierte Weise das Aroma eines Weines.

Bodenarten und ihre Auswirkungen auf den Wein

Blog30 Terroir 2 | Silkes Weinblatt

Ein kalkhaltiger Boden wie beispielsweise im Burgund, in der Champagne und in der Rioja Alavesa bringt dem Wein viel Finesse, Komplexität und ein besonders gutes Alterungspotential.
 
Schiefer und andere mineralienhaltige Böden wie beispielsweise im Priorat oder bei uns in Deutschland an der Saar stellen in der Regel sehr hohe Ansprüche an den Winzer. Gekonnt vinifiziert entstehen aber hier Weine mit edler Mineralität und einem wundervollen eigenem Charakter.
 
Granitböden wie im Beaujolais oder im spanischen Arribes bringen meist unverfälschte Traubenaromen mit leichten mineralischen Anklängen. Die erzeugten Weine sind hier in der Regel weniger säurebetont.
 
Geröll- und Schotterböden wie sie im Toro und Rueda vorkommen bringen durch die im Gestein gestaute Wärme meist reife und sehr fruchtige Weine, begleitet von erdigen Aromen und Feuersteinanklängen.
 
Tonböden bringen aufgrund der hohen Wasserspeicherkapazität hohe Erträge. Die Weine haben in der Regel eine kraftvolle Struktur, sind dafür aber oft nicht besonders elegant.
 
Vulkanböden – wie sie typisch für die kanarischen Inseln sind – bringen rauchige Noten und Anklänge von Jod in den Wein.

Nicht nur das Klima, die Topografie und der Boden zählt

Natürlich nimmt neben den genannten Faktoren auch die Arbeit des Winzers einen wesentlichen Einfluss auf den Wein. Allerdings scheiden sich die Geister, ob die Anschrift des Winzers in die Begriffsdefinition „Terroir“ hineinfließen darf oder muss. Begrünt er seine Fahrgassen nicht und lässt Monokulturen in seinen Weinbergen entstehen, bricht das Terroir zusammen. Das spricht dafür, den Menschen ins Terroir hinein zuzählen.

Auch der Ausbau im Keller ist ein Schritt, der letztendlich entscheidet dafür ist, ob das Terroir überhaupt schmeckbar wird. Denn die moderne Kellertechnik hält Präparate und Methoden bereit, die dem Wein so ziemlich alles nehmen oder geben können.

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