Stellenbosch in Südafrika ist ein fruchtbares und ergiebiges Weinbaugebiet. Die hier entstandene Rebsorte Pinotage begeistert Weinkenner auf der ganzen Welt.

Stellenbosch: Weinbaugebiet und Geburtsort der Pinotage-Rebe

Schroff gen Himmel ragende Berge, weite Ebenen und immer wieder Weinberge: Wer Stellenbosch besucht, genießt die Nähe Südafrikas schönster Naturschutzgebiete und den kühlen Charme des Südatlantiks. Dass hier die Wiege der wohl besten Weine Südafrikas steht, wundert angesichts der fruchtbaren Landschaft kaum. Darüber hinaus brachte Stellenbosch mit der Pinotage-Rebe die wohl bedeutendste Rebsorte des Landes hervor.
 

Ein Ausflug in Stellenboschs Geschichte

Ein Ausflug in Stellenboschs Geschichte | Silkes Weinblatt

 
Als das optimale Weinbauklima Südafrikas entdeckt wurde, war von Stellenbosch noch lange keine Rede. Erst mit Simon van der Stel, dem heimlichen Vater des südafrikanischen Weinbaus, entstand 1679 eine Stadt, die sich zum Zentrum der wohl bedeutendsten Weinregion des Landes entwickeln sollte. Idyllisch am Eerste River gelegen und ganz dicht an den Flüssen Bree und Berg verfügte Stellenbosch von Beginn an über mehr als nur landschaftliche Vorzüge. Dennoch sind es auch heute noch die Weingüter, welche die Schönheit der Region dank kapholländischer Architektur zu einem bemerkenswerten Ort machen.

Im Gebiet Stellenbosch entwickelte sich die Kultur um den Weinbau über rund vierhundert Jahre hinweg. Nicht immer hatten es die dortigen Winzer leicht, denn vor allem politische Zwistigkeiten wiesen sie bis in das 20. Jahrhundert hinein vielerorts in ihre Schranken. Doch das Potenzial von Stellenbosch war schlicht zu groß, um in der Versenkung zu verschwinden.

Heute verfügt das Weinbaugebiet über eine Rebfläche von rund 15.500 Hektar und vereint einen großen Teil aller südafrikanischen Weine. Die Unterteilung in Wards erleichtert das Zurechtfinden in der Region. Hier finden sich Unterzonen wie:

  • Jonkershoek
  • Devon Valley
  • Stellenbosch Hills
  • Stellenbosch Mountain
  • und Greater Simonsberg.

Die stärkste Triebfeder für Stellenboschs Wirtschaft ist heute der Weinbau. Zahllose Touristen besuchen das Land nicht nur wegen der „Stellenbosch Wine Route“, sondern fühlen sich auch von den zahlreichen Weingütern und Restaurants geradezu magisch angezogen. Dass die Region dank ihrer enthusiastischen und ehrgeizigen Winzer vor allem in den letzten beiden Dekaden einen stetigen Qualitätszuwachs verzeichnen konnte, lässt Touristen, Weinliebhaber und Fachleute optimistisch in die Zukunft blicken.

Warum Stellenbosch prädestiniert für den Weinbau ist

In Stellenbosch herrscht ein Klima, das Weinreben optimale Bedingungen bietet. Die Hitze im Süden Afrikas wird hier auf natürliche Weise gemildert, da der Atlantik mit seinen Strömungen für Abkühlung sorgt. Darüber hinaus verfügt Stellenbosch über hervorragende Böden und Klein-Klimata, welche die Entstehung einer Vielzahl von Weinstilen und -qualitäten erlauben. Von den fruchtbaren Tälern bis in die bergigen Regionen hinein bringen Stellenboschs Winzer mit ihrem Pinotage, aufgespriteten Tropfen und sogar Rieslingen sowie perlenden Cape Classique-Weinen mehr als nur einen Paradetropfen hervor.

Etwa vierzig Prozent der Rebflächen in Stellenbosch sind mit roten Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Shiraz, Pinotage oder auch Merlot bestockt. Der Rest entfällt auf weiße Sorten wie Sémillon, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Geringe Erträge und naturverbundener sowie qualitätsorientierter Weinbau sorgen für Weine mit konzentrierter Aromatik, die auch auf internationalem Parkett manch anderen Tropfen in ihren Schatten stellen.

Stellenbosch und Pinotage: Füreinander bestimmt

Hauptgrund für die Erschaffung der Pinotage-Rebe war die Tatsache, dass der hochgeschätzte Pinot Noir den Bedingungen Südafrikas nicht wirklich gewachsen war.

 
Wer Stellenbosch näher betrachtet, wird auch die Stellenbosch University kennenlernen, die diesen Namen seit 1918 trägt. Die Universität war im Jahr 1924 Schauplatz einer der wohl bedeutendsten Entwicklungen im südafrikanischen Weinbau. Hier nämlich kreuzte Abraham Isak Perold die beiden Rebsorten Pinot Noir und Cinsault und erschuf mit der „Pinotage“ eine Rebe, die den klimatischen und landschaftlichen Bedingungen vor Ort wie keine andere entsprach.

Hauptgrund für die Erschaffung der Pinotage-Rebe war die Tatsache, dass der hochgeschätzte Pinot Noir den Bedingungen Südafrikas nicht wirklich gewachsen war. Seine Vorzüge konnte Perold bewahren, während er ihn mit der deutlich robusteren Cinsault-Rebe vereinte. Dass Cinsault vielerorts auch als „Hermitage“ bezeichnet wird, legte den Grundstein für die Namensgebung der neuen Sorte.

Die Pinotage-Rebe bringt schon früh in der Ernteperiode zuckerhaltiges, kleinbeeriges Lesegut hervor und schätzt trockene und heiße Lagen. Insgesamt waren in Südafrika 2007 ganze 6.139 Hektar Rebfläche mit ihr bestockt. Nicht nur die Genügsamkeit dieser Rebe ist ein ausschlaggebendes Argument für Südafrikas Winzer – denn auch ihre aromatischen Qualitäten können sich sehen lassen.

So bringt Pinotage in reinsortigen Tropfen intensiv rote, alkoholstarke Weine hervor, die mit einem intensiven Waldfrucht-Aroma überzeugen. Auch Noten von Pflaume und exotischer Frucht sind in diesen Tropfen häufig vertreten. Aufgrund ihrer Schwere sind Pinotage-Weine gern gesehene Begleiter zu würzigen Fleischgerichten.

Doch auch Cuvées, die nebst Pinotage mit den Sorten Merlot, Shiraz und Cabernet Sauvignon spielen, erfreuen sich größter Beliebtheit. Weinkenner schätzen die Verschnitte vor allem aufgrund ihrer samtweichen und vollmundigen Charakteristik, welche die Besonderheiten des Pinotage trotz der Kombination mit anderen Reben klar widerspiegeln.

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