Ribera del Duero: Spaniens stolzestes Anbaugebiet

 
In der kastilischen Nordebene, weit entfernt von den heißen Sommern Andalusiens, liegt mit dem Weinbaugebiet Ribera del Duero nicht irgendeine Reben-Region. Vielmehr findet sich hier am Fluss Duero und nördlich der Sierra de Guadarrama ein Gebiet, das prestigeträchtiger kaum sein könnte. Aus Ribera del Duero stammen große Weine, die von der langen Tradition der hiesigen Winzerfamilien und auch vom Mut zur Innovation profitieren.

 

Die Geschichte des Weinbaus in der Region

 
Landschaft Wein wurde in der heutigen Region Ribera del Duero vermutlich bereits vor mehr als 2.000 Jahren angebaut. Hierauf weist ein altes Mosaik der Römer hin, das sich erst während der Siebzigerjahre in der Gemeinde Baños de Valdearados offenbarte. Wirklich professionell allerdings wurde der Weinbau damals noch nicht betrieben. Bis zur Gründung größerer Städte und der Aufnahme des Weinhandels mit Kastilien sollte es noch bis ins zehnte und elfte Jahrhundert dauern.

Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich Ribera del Duero rasant. Schon im 15. Jahrhundert gab es einige rechtliche Rahmenbedingungen für den Weinbau vor Ort sowie den Handel mit den erzeugten Tropfen. Rund vierhundert Jahre lang herrschte positive Stimmung und stetige Verbesserung in der Region. Dann jedoch machten Mehltau, Reblaus und Politik den Erfolg beinahe zunichte.

Erst im zwanzigsten Jahrhundert erlebte Ribera del Duero nach einer wechselvollen Phase die langersehnte Renaissance. Zu verdanken ist dies vor allem den leidenschaftlichen Winzern von „Vega Sicilia“. Sie schufen Tropfen von besonderer Qualität und legten den Grundstein für die Ernennung des Anbaugebietes zur Denominación de Origen im Jahre 1982.

Seitdem geht es wieder bergauf in Spaniens Vorzeige-Region. Aus 6.000 Hektar Anbaufläche im Jahr 1982 sind inzwischen rund 21.000 Hektar geworden und aus rund 13 Weingütern ganze 178. Über 8.250 Winzer arbeiten in Ribera del Duero – und sind somit Teil der international gefeierten Weinkultur.

 

Diese Rebsorten gedeihen hier

 
Rebstock In Ribera del Duero herrscht ein angenehmer Wechsel zwischen mediterranem und kontinentalem Klima. Das tut den Rebstöcken gut – und das Lesegut kann sich vortrefflich entwickeln. Über 2.000 Sonnenstunden und warme Sommer schaffen das Fundament vor allem für Rotweingenuss.

Kein Wunder also, dass in dieser Region der Tempranillo herrscht. Die Rebstöcke bilden Beeren aus, die dickschaliger und kleiner als die in der Nachbarregion Rioja sind. Daher extrahieren die Winzer in Ribera del Duero einen recht konzentrierten Most, was zu körperreichen und tanninstarken Weinen führt.

Abgesehen von Tempranillo – in der Region auch Tinto Fino, Tinta del País oder Aragonés genannt – gedeihen in Ribera del Duero kleinere Bestände weiterer Rebsorten wie

  • – Merlot
  • – Albillo
  • – Garnacha
  • – Cabernet Sauvignon
  • – und Malbec.

 
Diese jedoch finden sich selten in reinsortiger Form, sondern ergänzen sich in kunstvoll kreierten Cuvées, die dem charakteristischen Genussprofil des Gebiets gerecht werden.

 

Die Weingüter aus Ribera del Duero: Leidenschaftliche Wein-Enthusiasten

 

Ein Anbaugebiet wie Ribera del Duero entfaltet eine gewisse Anziehungskraft auf Weinliebhaber aus aller Welt. Somit wundert es wenig, dass sich in der Liste der ansässigen Weingüter einige große Namen finden, die regelmäßig internationale Preise gewinnen und Jurys von sich überzeugen. Hierzu gehören

  • – Rolland & Galarreta
  • – Vega Sicilia
  • – Bodegas Aalto
  • – Dominio del Águila
  • – und Peter Sisseck mit Dominio de Pingus.

 
Dem typischen Stil Ribera del Dueros mit seinen kräftigen, tanninreichen und säurestarken Weinen bleiben die Winzer vor Ort gerne treu. Zu finden sind dennoch Tropfen, die sich im Rahmen des allgemein gewünschten Profils etwas freier bewegen und somit einen großen Facettenreichtum erzeugen.

Viele Wein-Enthusiasten auf Erzeugerseite nutzen das Potenzial des Anbaugebiets, um ihre ganz eigenen Interpretationen zu kreieren – und scheuen dabei weder die Orientierung am Traditionellen noch den Einsatz moderner Technik. Nicht zuletzt aus diesem Grund lohnt es sich, gleich mehrere Erzeuger kennenzulernen.

 

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