Maria Barúa ist die hervorragende Chef-Önologin der hochwertigen Weinherstellung aus Viña Lanciano. Erfahren Sie mehr über das große Weingut Bodegas LAN in Rioja

Maria Barúa, die Weinmacherin von Viña Lanciano


Heute möchte ich Ihnen ein ganz besonderes Weingut und eine hervorragende Weinmacherin vorstellen, die für mich zu einer der besten ihrer Zunft in Spanien zählt. Dabei handelt es sich um Maria Barúa, die Chef-Önologin von Bodegas LAN aus dem Anbaugebiet Rioja.

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Maria, 1975 in Logroño geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Von 1995 bis 2000 studierte sie Önologie und Chemie an der Universität in der Rioja. Danach war sie zunächst zwei Jahre beim staatlichen Forschungszentrum für Weinbau tätig. Im Jahre 2002 begann sie ihre Karriere bei Bodegas LAN. Das Weingut gehört zu den größten der Rioja und ist in erster Linie bekannt für seine ausgezeichneten Basisweine, so zum Beispiel seine Crianza, Reserva und Gran Reserva. Die Flaggschiffe des Weingutes, wie der LAN a Mano und der Culmen stammen von der Finca Viña Lanciano.

Die Einzellage von Viña Lanciano befindet sich in der Gemeinde El Cortijo, an der Grenze zwischen den Unterregionen Rioja Alta und Rioja Alavesa. Sie liegt in einer Höhenlage von 500 m. ü. NN. Aus dieser Lage werden seit 1970 nur die „Estated bottled“-Qualitäten (TOP-Gewächse) erzeugt. Die einzigartige Lage ist einerseits geprägt von den seit Jahrhunderten entstandenen Eigenschaften des fluvialen Bodens, durchsetzt von Sand, Kies und Geröll, mit guter Belüftung und Drainagewirkung, wodurch die Rebstöcke sich anstrengen müssen, versorgt zu werden (sie werden „gestresst“). Sie wurzeln deshalb sehr tief und ziehen so Extrakte, Mineralstoffe und Wasser aus den tiefen alten Bodenschichten, bringen gleichzeitig aber nur äußerst geringe Erträge von 2.000 – 4.500 kg/Hektar.

Darüber hinaus herrscht hier ein ganz spezielles Mikroklima. Auf der einen Seite schließt sich die Ebene des Ebros an, die kühlere Luft und Nebel hervorbringt und die Weinstöcke vor zu viel Hitze schützt. Auf der anderen Seite befindet sich die schützende Gebirgskette der Sierra de Cantabria, die die heftigen Stürme aus dem Norden abhält. Insgesamt können die kleinklimatischen Parameter als mediterran-kontinental beschrieben werden, d.h. mit wenig Niederschlag und großen Tag-Nacht-Temperaturunterschieden. Boden und Klima sorgen somit für ein einzigartiges  Terroir, das den Premium-Weinen von Bodegas LAN ihren besonderen Charakter verleiht.

María Barúa hat gelernt, die Vorzüge der Einzellage perfekt zu nutzen und sagt: „Alle unsere Weine „gehen durchs Holz“, d.h. die Weine werden barrique ausgebaut. Durch unermüdliches Experimentieren mit verschiedenen Hölzern, sei es amerikanisch, französisch oder kaukasisch, wird für die verschiedenen Weine das Holz selektiert, das zu dem jeweiligen Wein am besten passt. Dabei ist immer das oberste Gebot, den Wein und seine Charakteristik so zu erhalten, wie man ihn im Weinberg vorgefunden hat. Das Holz soll die Stilistik des Weines ergänzen und unterstreichen, ihn abrunden, nie aber verändern, überdecken oder gar erschlagen. Diesen Respekt erbringe ich dem Wein.“ Im äußersten Norden der Finca, in dem Teil, der sich an den Fuß des Berges anschmiegt, liegt das kleine Flurstück El Rincón (die Ecke). Von hier stammen die Flaggschiffe des Weingutes: der Culmen und der LAN a Mano.

Zu diesen Premium-Weinen sagt Maria: „Die Rebstöcke dieser Parzelle sind bis zu 80 Jahre alt, der Ertrag ist sehr gering. Die Weine werden dadurch sehr konzentriert sowohl in der Fruchtausbeute als auch in den Extraktstoffen und glänzen somit durch ihre individuelle Ausdruckskraft. Culmen ist der absolute Höhepunkt bei LAN. Das Wort Culmen stammt aus dem Lateinischen und bedeutet auch Höhepunkt. Er ist das Beste vom Besten und wird nur in ganz außerordentlichen Jahren produziert, in denen der Reifeverlauf und die Traubengüte absolut perfekt sind. Genauso stolz bin ich auf den LAN a Mano,“ so Maria. Dieser wird aus den besten Trauben von 40 Jahre alten Rebstöcken der Lage El Rincón erzeugt und je sechs Monate in französischer und neuer kaukasischer Eiche ausgebaut. Ich persönlich habe noch mehrere Jahrgänge des LAN a Mano in meinem privaten Weinkeller. Besonders gut gefallen mir die Jahrgänge 2000, 2001, 2004, 2007 und der neue Jahrgang 2011. Welches große Potenzial diese Weine haben, zeigt, dass selbst der Jahrgang 2000 heute noch wunderbar zu genießen ist. Mit dem Jahrgang 2011 hat Maria wiederum einen großen Rioja geschaffen, der sehr wahrscheinlich bis weit über das Jahr 2025 hinaus zu genießen sein wird. Für seinen Preis von rd. 40 Euro bietet er alles, was in diesem Preissegment zu erwarten ist. Auch aus diesem Grund gehört er zu meinen Lieblingsweinen für besondere Momente.

Der Culmen, der – wie bereits beschrieben – nur in ganz großen Jahrgängen erzeugt wird, ist für mich gemeinsam mit Dalmau mein Favorit aus der Rioja für die ganz großen Festtage.

Als Weine für den kleinen, täglichen Luxus genieße ich aber auch sehr gern den LAN Crianza, der mit seinem Preis, deutlich unter 10 Euro, ein nahezu einzigartiges Preis-Genuss-Verhältnis hat. Aber auch der LAN Reserva ist mit seinem Preis um die 13 Euro ein perfekter Rioja-Wein, der zusätzlich ein idealer Begleiter zu kräftigen Rind- und Lammgerichten ist. Nochmals ein großes Kompliment an Maria Barúa, die hier wirklich tolle Arbeit leistet!

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