Die 13 Weinanbaugebiete in Deutschland: Baden – ein ganz besonderes Anbaugebiet

 

Baden ist in vielerlei Hinsicht anders als die anderen Weinbaugebiete der Bundesrepublik Deutschland. Natürlich gedeihen hier die gleichen Rebsorten und selbstverständlich finden sich auch klassische Winzertraditionen – abgesehen davon aber unterscheidet sich Baden im Hinblick auf die Weinbau-Zone von den anderen Regionen. Und dieser Unterschied ist durchaus bedeutend.

 

Baden im Überblick

 

Der Weinbau in Baden entwickelte sich schon früh. Um das zweite Jahrhundert nach Christus begannen Menschen mit der Kultivierung von Reben in Bodenseenähe und von hier aus erfolgte der Siegeszug des Weins gen Norden. Baden, das zwischen dem Bodensee und der Badischen Bergstraße liegt, wurde in der Folge Stück für Stück vom Genuss eingenommen.

Einen wahren Boom erlebte das Anbaugebiet zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert. Das vorteilhafte Klima unterstützte die Winzer dabei, großartige Weine zu produzieren, die auch in adligen Häusern gerngesehene Gäste waren. Karl Friedrich von Baden gilt als einer der bedeutendsten Unterstützer der Weinkultur Badens, denn er brachte den Qualitätswein voran und veranlasste das Anlegen zahlreicher neuer Weinberge in Gebieten, die bislang noch recht wenig genutzt wurden. Der Adlige war ebenfalls verantwortlich für die einheitliche Kultivierung von Gutedel im Markgräflerland.

All das führte dazu, dass Baden im Jahre 1813 über rund 26.000 Hektar Rebfläche verfügte. Zum damaligen Zeitpunkt führte die Anbauregion damit das Ranking innerhalb Deutschlands an. Heute ist Baden das drittgrößte Anbaugebiet, es werden mittlerweile rund 15.500 Hektar Rebfläche bewirtschaftet.

 

Geografie, Klima und Boden

 

Baden ist innerhalb Deutschlands das südlichste Anbaugebiet für Wein und somit klimatisch verwöhnt. Es erstreckt sich auf einer Länge von rund 400 Kilometern zwischen Elsass, Schwarzwald, Schweiz und der Badischen Bergstraße. Außerdem wird das Gebiet in die neun Weinbaubereiche

  • Badische Bergstraße
  • Bodensee
  • Kaiserstuhl
  • Breisgau
  • Markgräflerland
  • Kraichgau
  • Tuniberg
  • Tauberfranken
  • und Ortenau

 

gegliedert. Diese verfügen über insgesamt 16 Großlagen und 306 Einzellagen. Viele Weinberge in Baden sind Steillagen, weswegen Winzer sie nicht maschinell bewirtschaften können. Für die Qualität der Weine und die ihnen entgegengebrachte Wertschätzung spielt die traditionelle Handarbeit eine bedeutende Rolle.

In Baden ist es angenehm warm. Die südliche Lage ist ein wichtiger Grund hierfür und auch Triebfeder für die Zuteilung Badens zur EU-Weibauzone B. Kein anderes Anbaugebiet in Deutschland gehört dieser Zone an. Außerhalb der Bundesrepublik sind beispielsweise das Elsass und die Champagne der Weinbauzone B zugeordnet. Diese Eingruppierung bringt verschiedene Pflichten wie höhere Mindestmostgewichte mit sich.

Vielfalt bietet Baden nicht nur kleinklimatisch, sondern auch unter der Erdoberfläche. Von Löss und Lehm über Kies bis hin zu Vulkangestein und Kalk sorgen verschiedenste Gesteinsarten für facettenreichen Genuss, dessen Erkundung sich lohnt.

 

Die Weine Badens

 

Man tut sich fast schwer zu sagen, ob Baden nun eine Weißwein- oder eine Rotweinregion ist. Im Flächenvergleich liegt der Rotwein mit 58 Prozent der Rebfläche vorne. Fest steht jedoch auch, dass die Weine, die den Markt jährlich erreichen, sowohl in heller als auch in dunkler Variante überzeugen. Daher darf Baden durchaus als Anbaugebiet mit zwei Talenten bezeichnet werden.

Am häufigsten angebaut werden in Baden

  • Spätburgunder
  • Müller-Thurgau
  • Grauburgunder
  • Weißer Burgunder
  • Gutedel
  • sowie Riesling.

 

Die Weinspezialität „Badisch Rotgold“, die mitunter auch als Badischer Rotling in die Geschäfte gelangt, gehört zu den Erkennungszeichen der Region. Hier gelangen Grauburgunder und Spätburgunder gemeinsam auf die Flasche, was das ausgeglichene Profil des Anbaugebiets unterstreicht.

Abgesehen hiervon hat Baden zahlreiche weitere großartige Weine zu bieten. Genossenschaften und alleinstehende Betriebe arbeiten in diesem Teil Deutschlands mit Blick auf Tradition, Handarbeit und zeitgleicher Offenheit für moderne, technologische Einflüsse. Das Ergebnis sind köstliche reinsortige Weine und auch Verschnitte.

 

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