Der Chianti zählt zu den großen Export-Schlagern unter den italienischen Weinen. Erfahren Sie hier, was man über den roten Italiener wissen sollte.

Chianti – toskanische Genussmomente mit Tradition

Ist von italienischem Wein die Sprache, sind die großen Glanzlichter schnell zur Stelle. Wer Brunello kennt und einem Barolo oder Bardolino nicht abgeneigt ist, wird auch gutem Chianti längst verfallen sein. Dieser Rotwein stammt aus der fruchtbaren Hügellandschaft der Toskana und basiert nebst der Rebe Sangiovese auf grenzenloser Leidenschaft und jahrzehntelanger Erfahrung. Von den frühen Flaschen mit Bastgeflecht ausgehend hat sich der Chianti bis heute stetig weiterentwickelt und ist nun Repräsentant einer ganz eigenen, genussvollen Kultur.

Die lange Geschichte des Chiantis

Chianti Flasche mit Gläsern | Silkes Weinblatt

Eine Reise zu den Anfängen des Weinbaus in der Toskana führt Historiker bis weit in die Zeit der Etrusker zurück. Später, während des Mittelalters, erlebte die Region erste Aufmerksamkeit, bis schließlich im Jahr 1398 zum ersten Mal der Chianti, damals noch ein Weißwein, erwähnt wurde. Es sollte mehr als dreihundert Jahre dauern, bis Cosimo III. de Medici sich des Chianti als Rotwein annahm und offizielle Regeln für den Anbau und die Vinifikation erließ. Seitdem entwickelte sich der Chianti im Hinblick auf Qualität und Vielfalt hin zu einem Wein von internationaler Größe.

Gab es über Jahrzehnte hinweg nur das heutige Chianti Classico-Gebiet, entschloss sich die römische Dalmasso-Kommission im Jahr 1932 zur Erweiterung der Anbauflächen. Sie legte den Grundstein für Chianti, wie er heute weltweit in Gläser fließt. Nicht länger ist es der Chianti Classico allein, der die Weinwelt in Atem hält, denn die sieben weiteren Zonen

  • Montalbano
  • Rufina
  • Montespertoli
  • Colli Senesi
  • Colli Aretini
  • Colline Pisane
  • und Colli Fiorentini

schenken der Welt des Chiantis ihre Vielfalt. Zwischen den Florentiner Bergen, dem thyrrenischen Meer, Siena und Arezzo liegt somit heute eine riesige Qualitätszone, die durch herausragende Genüsse von sich überzeugt. Etwa eine Million Hektoliter Chianti werden hier jährlich produziert.

Chianti Classico und seine Qualitätsgenossen

Das historische Herz der Chianti-Region bildet die Zone „Chianti Classico DOCG“. Hier entsteht mit dem Chianti Classico ein Rotwein, der sich von seinen direkten Verwandten bewusst unterscheidet. Strenge Vorgaben des verantwortlichen Konsortiums sorgen für die gleichbleibend exklusive Qualität des Classico und seit 2013 auch des Gran Selezione. Zu erkennen sind Weine aus der DOCG Zone Chianti Classico am „Gallo Nero“ – einem schwarzen Hahn auf der Banderole und dem Hals der Weinflaschen.

Alle anderen Weine aus dem Chianti DOCG-Gebiet, die nicht innerhalb der historischen Kernzone entstehen, tragen auf ihrem Etikett den Namen ihrer Heimat. Für diese Weine gelten etwas weniger strenge Regeln. So dürfen sie – anders als der Chianti Classico – aus etwa zehn Prozent weißen Reben und siebzig Prozent Sangiovese bestehen. Der Chianti Classico verlangt nach mindestens achtzig Prozent Sangiovese und duldet keine hellen Reben in seinem Portfolio.

Sowohl der Chianti Classico als auch seine Verwandten leuchten in glänzendem Rubinrot, das sich im Laufe der Reifung zu Granatrot wandelt. Das aromatische Profil des Bouquets bringt florale Noten mit fruchtigen Nuancen in Einklang, während sich am Gaumen eine trockene Fruchtigkeit mit charmanten Tanninen vermählt. Weicher und samtiger präsentiert sich ein Chianti, wenn er vor dem Genuss einige Zeit reifen durfte.

Namhafte Repräsentanten der Chianti-Kultur

Chiantiflaschen mit Bast | Silkes Weinblatt

Zwei große Häuser schaffen es, die Essenz des Chianti Classico-Gebietes zu beschreiben. Das Weingut „Castello di Ama“, unweit des Dorfes Lecchi gelegen, überzeugt schon seit mehr als dreißig Jahren durch herausragenden Chianti Classico. Das Ziel, einen der hochwertigsten Tropfen der Region zu produzieren, verfolgen Marco Pallanto und Lorenza Sebasti mit ehrgeiziger Leidenschaft. Die “Gran Selezione“-Tropfen des Hauses gelten heute als Inbegriff toskanischen Genusses und werden regelmäßig mit Bestnoten ausgezeichnet.

Ebenso herausragende Chianti Classicos bringt Francesco Ricasoli mit seinem Traditions-Weingut in Gaiole hervor. Mit großem Innovationswillen und unermüdlicher Arbeit an der Weiterentwicklung des Chianti Classico leistet das Gut „Barone Ricasoli“ einen unvergleichlichen Beitrag zur Vielfalt des Classico Gebietes. Die Riservas und die „Gran Selezione“-Chiantis befriedigen auch anspruchsvollste Gemüter.

Abseits des Classico sorgt das Gut Nipozzano mit seinem Chianti Rufina für internationales Aufsehen. Die idyllischen Hänge rund um das Castello di Nipozzano lassen die Trauben für die Riservas des Hauses vortrefflich gedeihen, während die Familie „Frescobaldiihnen im Rahmen der Vinifikation und Reifung einen einzigartigen Charakter schenkt. Die Weine des Hauses sind genussvolle Beweise dafür, dass höchste Qualität nicht nur aus dem Herzen Chiantis kommt.

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